Montag, 4. Juni 2012

Girl Talk, Shopping, Hitchhiking

Diese Woche war meine beste Freundin aus Deutschland da, und es war einfach toll. Wir haben uns richtig gut verstanden und es war, als wäre ich nie weg gewesen. Sofia hat ihr auch gefallen (ich sag doch, dass es eine schöne Stadt ist!); sie hat es als "Paris für Arme" bezeichnet. Wir haben vegan gekocht und jede Menge Filme geschaut und einfach quality time zusammen verbracht.

Am Mittwoch ging's dann los nach Istanbul, und das per Anhalter. Es war gut, dass wir früh morgens losgefahren sind, weil wir erst die Bushaltestelle verpasst und deshalb nicht zur Autobahn gefunden haben. Dann hat uns aber ein freundlicher Bulgare erklärt, wie wir dorthin kommen, und ein anderer freundlicher Bulgare hat uns bis dahin mitgenommen. Wir mussten nicht mal fünf Minuten dort stehen, bis uns ein Architekt aus Sofia bis Plovdiv mitgenommen hat. Dort haben wir dann etwas länger gewartet und hatten dafür dann aber auch einen richtig netten Fahrer (Pavel aus Sofia), der uns nach Harmanli gefahren hat. Von dort hatten wir dann drei verschiedene Kurzstreckenfahrer bis zur türkischen Grenze. Irgendwie haben uns nur einzelne Männer mitgenommen -- aber das kann auch daran liegen, dass allgemein einzelne Männer mehr in ihren Autos unterwegs sind. Von der Grenze hat uns so ein türkischer Mechaniker mitgenommen, der fast kein Englisch konnte, aber ganz nett war (wir haben Tee und Zigaretten bekommen). Er ist nur bis Havsa gefahren (so 80 km von der Grenze entfernt), und weil es dann so extrem geregnet hat, haben wir uns dann doch für den Bus entschieden. Es war auch recht billig: 13 € für drei Stunden Fahrt. Um 21:30 Uhr waren wir am Busbahnhof und haben uns erst mal Türkische Lira gezogen und zur Wohnung unseres CouchSurfing-Gastgebers durchgeschlagen (okay, so schwierig war es nicht). Ihre Wohnung ist eigentlich ziemlich cool gewesen, schön groß (vor allem im Vergleich zu Sofioter Wohnungen) und sehr persönlich, also nicht so mainstream.



Und sie hatten einen Hund! Er hieß Max und war ein Golden Retriever und ganz süß und jung (erst ein Jahr alt). Er war außerdem sehr... energiegeladen. Ich rege mich ja schon oft genug darüber auf, wie Haustiere so in Deutschland behandelt werden, aber in anderen Ländern ist das oft noch deutlich schlimmer. Er kam meiner Meinung nach viel zu selten raus und war den Tag über viel zu lang alleine. Armes Tier.



Unsere Gastgeber konnten zwar nicht so gut Englisch (oder Deutsch, oder Französisch, oder Bulgarisch, oder Spanisch, oder Latein), aber sie waren richtig freundlich und hilfsbereit und großzügig. Am ersten Abend haben sie uns gleich Essen von Burger King besorgt (und bezahlt) und einer der beiden hat praktisch auf dem Boden geschlafen, sodass wir sein Zimmer hatten. Und er hat meiner Freundin Sandwiches gemacht; das war auch ganz nett. Wir haben es sogar geschafft, uns über Feminismus und seine Hobbies und seine Mutter und seine Ex-Freundin und seinen Mitbewohner zu unterhalten, obwohl es dabei klang, als sei mindestens einer von uns irgendwie geistig behindert (Verben sind für Anfänger, was?).

Am nächsten Tag sind wir zur Blauen Moschee gefahren -- muss man ja als Touristen gemacht haben. Praktischerweise kamen wir gerade zur Mittagsgebetszeit an, sodass wir eine Präsentation über die Moschee auf sehr schnellem und korrektem britischen Englisch genießen konnten. Ich hab sogar eine deutsche Ausgabe des Korans bekommen! Die Moschee konnten wir danach auch noch besichtigen, und sie war richtig schön.




Anschließend sind wir -- natürlich -- wieder mal ausgiebig shoppen gegangen. Jede Menge Touristenkram, klar, aber das gehört ja dazu. Ich hab Mandelöl für die Haare, einen Hut, türkisfarbenen Nagellack, und ein Paar Schuhe gekauft. Und natürlich Zeug für die Daheimgebliebenen. Türkischer Honig mit Schokolade überzogen! Und überall hingen Katzen ab.





Also die Türken sind echt richtig hilfsbereit und gastfreundlich. Das war nicht nur unser Gastgeber, das zeigte sich bei allen, die wir so getroffen haben -- selbst wenn sie kein Wort Englisch konnten. Eine Gruppe Jugendlicher hat uns am Freitagmittag einfach mal mit an den Hafen genommen und uns Tee und Sonnenblumenkerne gekauft. So random -- but awesome. Und unser Gastgeber hat uns einfach mal so in der Stadt getroffen und uns alle möglichen Sachen gezeigt und es war einfach genial:












Na ja, und das war eigentlich auch schon die Türkei. Am Samstag sind wir wieder zurück und haben vegane Pizza gemacht (Leute, ich habe Pizza gegessen, seid stolz auf mich) und einen Film geschaut. Sonntag wollten wir eigentlich die Free Sofia Tour mitmachen; wir waren auch rechtzeitig da und sind erst mitgelaufen, hatten aber große Probleme, deren Geschichten zu folgen (weil müde). Wir haben uns dann von der Gruppe getrennt, uns einen Kaffee gegönnt und sind Second-Hand-Shopping gegangen. Ich habe drei Kleider, ein Top und ein Paar Shorts für 6,50 € gekauft. Das ist doch nicht schlecht. Abends haben wir dann noch die neue (bzw. zukünftige) Wohnung meines Kollegen angeschaut -- er hat ja jetzt endlich eine, halleluja. Dann sind wir die Nacht wach geblieben, weil das Flugzeug meiner Freundin um 6 Uhr ging und wir um 3:30 Uhr zum Flughafen gefahren sind. Eigentlich hätte es dank Online-Check-in und fehlendem Gepäck zur Aufgabe auch gereicht, um 5:30 Uhr da zu sein, aber das wussten wir ja nicht. So ist es besser, als zu spät dran zu sein.

Und das war's eigentlich von meiner Woche! Cheerio und bis demnächst!

Kathi

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