Montag, 28. Mai 2012

Sommer, Sonne, Sonnenschein

Jetzt mit Fotos!

Es lebe die Spontaneität! Am Donnerstag war in Bulgarien ein Feiertag und wir hatten frei. Am Freitag war dann auch ein Brückentag, es gab also ein langes Wochenende. Wir (das heißt, drei andere Freiwillige und ich) wollten eigentlich nach Skopje fahren, aber der 9-Uhr-30-Bus fiel aus und wir hätten auf den nächsten um 16 Uhr warten müssen... darauf hatten wir natürlich keine Lust; der ganze Tag wäre dahin gewesen.

Was machen also die bulgarisierten Deutschen (und der Mexikaner, der sowieso schon die bulgarische Mentalität hat)? Ganz spontan nach anderen Bussen fragen, die in nächster Zeit abfahren, natürlich. Es gab einen Bus nach "Солун" (Solun) in Griechenland, und laut der Frau im Büro der Busgesellschaft war es am Meer und hatte schönes Wetter. "Klar, da fahren wir hin", sagten wir. Etwas später haben wir dann überhaupt erst herausgefunden, dass Solun auf Griechisch Thessaloniki heißt. Wie auch immer, wir sind zum Bus gerannt, eingestiegen und waren nach fünf, sechs Stunden in Thessaloniki.



 Erstmal haben wir uns auf die Suche nach einem günstigen Hotel gemacht und auch eins für 25 € pro Nacht und Doppelzimmer gefunden. Frühstück gab's zwar nicht, aber eine Bäckerei genau vorm Hotel, das war also kein Problem. Die Zimmer waren zwar nicht so sauber, aber es gab warmes, trinkbares Leitungswasser, ein Handtuch für jeden und einen Balkon in jedem Zimmer. (Später haben wir herausgefunden, dass es wohl keinen so guten Ruf hatte, aber gegen den Preis kann man echt nichts sagen.)



Danach haben wir die Stadt erkundet. Es gibt einen Basar, ein Kneipenviertel, einen Hafen und einen Turm, der auch ein Museum ist. Wie wir bei unserer Ankunft erfahren hatten, gibt es keinen Strand in Thessaloniki, aber wir haben uns eben am Hafen hingesetzt und die Beine baumeln lassen. Abends waren wir in einem süßen kleinen Restaurant bzw. Imbiss, wo es Gyros und Pommes mit drauf gesprenkeltem Feta gab. Für mich ist das ja nichts, aber diese griechische Frikadelle oder was auch immer war richtig lecker. Dann wollten wir eigentlich wieder aufbrechen... aber es hat geregnet wie blöd und natürlich hatte niemand einen Regenschirm dabei. Irgendwann hat's dann wieder nachgelassen und wir haben uns auf unsere Hotelzimmer gechillt und noch unterhalten.



Am Freitag wollten wir an den Strand, aber da wir uns auf eine City-Tour in Skopje eingestellt hatten, hatte natürlich niemand einen Bikini bzw. eine Badehose dabei, oder auch nur ein großes Handtuch. Da kam der Basar uns gerade recht. An dieser Stelle möchte ich übrigens unserer männlichen Begleitung für seine Geduld danken. Gracias! Es war jedenfalls recht billig, und ich hab mich fast ganz neu eingekleidet: Ein Strandkleid und einen Hut für je 5 €, und einen Bikini für 10. Wir haben uns auch jeder ein witziges Handtuch für 6,50 € angeschafft (wir hatten eine gute Handlerin dabei). Übrigens war es total komisch, wieder in Euro zu bezahlen. Wir haben die ganze Zeit gesagt, "Das sind 10 Leva!", wenn etwas z. B. 5 € gekostet hat. Es war wie damals, als der Euro eingeführt wurde (ein Lev entspricht ja einer D-Mark).



Irgendwie sind wir dann auch mit dem Bus zum Strand gekommen, obwohl es recht abenteuerlich war (wir wurden getrennt und dann wussten wir nicht mal, wo wir aussteigen mussten; gut, dass es so hilfsbereite Griechen gibt). Es war richtig heiß, Mittag eben, und der Strand war relativ leer, Nebensaison eben. So ganz sauber war der auch nicht, aber das war uns ziemlich schnuppe. Wir haben einen richtig schönen klassischen Strandnachmittag dort verbracht, mit Sonnencreme und Bier und Eis und Wasserball und Schlaf.




 Abends waren wir dann noch nett griechisch essen (klar), und haben über Wirtschaft gesprochen. Bei einem Eis haben wir noch diskutiert, was wir danach machen (Party? Kneipe? Chillen?), aber die Diskussion wurde bald obsolet, als sich heraus stellte, dass eh alle zu müde für irgendwelche Aktivitäten waren.




Samstag war Kultur angesagt: Erst waren wir nett frühstücken (ja... um 12 Uhr mittags -- na und?), dann im oben genannten Turm-Museum (ich will auch in einem Turm wohnen), wo wir die Hypothese (auch ein griechisches Wort!) aufgestellt haben, dass Griechenland in einer Wirtschaftskrise ist, weil sie einfach mal riesige iMacs mit Touchscreen und Home-Theater-Systeme im Wert von mehreren Tausend Dollar in ihren Museen aufbauen, und dann nur 3 € Eintritt verlangen -- wenn sie einen nicht für 2 € (Studentenrabatt) oder sogar ganz umsonst (Studentenrabatt, wenn man EU-Bürger ist) rein lassen. Es war aber ganz interessant.



Danach wollten wir eigentlich die Touristeninformation suchen, es kam aber ganz anders. Wir haben zwei junge Männer angesprochen, die die Touristeninformation (was für ein Wort) zwar auch nicht kannten, aber dafür wussten, wo alle coolen Kirchen usw. in Thessaloniki sind. Was sie noch wussten: Jesus ist toll, Gott sowieso, und wir sollten alle über unsere persönlichen religiösen Ansichten, sexuelle Vergangenheit, Einstellung zu Himmel, Hölle, Drogen, Alkohol, Gebeten, der Kirche und Essen sprechen. Vielleicht ist es nur meine deutsche Erziehung, aber ich fand das jetzt ein bisschen zu intim. Aber... es war interessant, das kann ich nicht leugnen. Sie waren Missionare, klar, aber ich persönlich finde das ein bisschen sinnlos. Die Griechen sind viel christlicher als viele andere Länder, und nur weil es nicht "das richtige Christentum" ist, sollen sie jetzt bekehrt werden oder was? Ich werd's wohl nie verstehen, muss ich aber auch nicht.



Nach einem sehr intensiven Gebet mitten auf der Straße (ja... wirklich) mussten wir uns erst mal ausruhen. Abends sind wir dann aber doch noch losgezogen und haben ein paar Bier (oder Mineralwasser... oder Orangensaft) getrunken. Ich bin dann zurück ins Hotel, weil ich erstens müde war und zweitens in den mit Menschen voll gestopften, nach Zigaretten und Bier und Schweiß riechenden und stickig-heißen Clubs durchgedreht wäre (außerdem habe ich so jede Menge Geld gespart). Meinen Zimmernachbarn am nächsten Tag zu wecken war... eine Herausforderung. Wir kamen aber doch irgendwann los, und hatten sogar noch genug Geld für ein Frühstück und Busfahrkarten.

Irgendjemand hatte meinen Geführten irgendwann in der vorherigen Nacht von einem netten Strand erzählt, der wohl bei Epanomi lag. Wir sind also in den Bus nach Epanomi gestiegen und haben wahrscheinlich die richtige Haltestelle verpasst, als wir nämlich an der Endhaltestelle ankamen, war dort... niemand. Gar nichts. Stille und Leere und ziemlich viel Müll. Ich will nicht übertreiben; es gab schon eine verlassene Imbissbude und den einen oder anderen Hundebesitzer, aber das war's auch schon. Von Touristen gab's keine Spur. Uns war es recht. Wir haben unsere Handtücher ausgebreitet, uns in den Sand gechillt und geschlafen oder Musik gehört.


 Ich war später sogar noch kurz im Wasser; es war gar nicht so kalt. Bevor wir wieder zurück gefahren sind, haben wir noch ein paar Gruppenfotos gemacht.







In Thessaloniki hat es geregnet, als wir wieder dort ankamen. Wir sind noch ein letztes Mal in einem Imbiss eingekehrt (es war ganz nett und gar nicht teuer), bevor wir unser Gepäck aus dem Hotel abgeholt und uns auf den Weg zum Busbahnhof gemacht haben. Dort haben wir schon wieder zwei Amerikaner getroffen, die auch nach Sofia unterwegs waren. Der Bus war übrigens richtig klasse: Glasdach, Ledersitze und Unterhaltungselektonik in den Sitzlehnen (es lief nichts Gutes, aber es geht ja ums Prinzip). Nach der Grenze habe ich noch ein paar Stunden schlafen können, und um genau 5 Uhr waren wir wieder in Sofia, wo es -- Überraschung -- geregnet hat und richtig kalt war.

Was für eine nette Art, den Blogpost zu beenden! (Sarkasmus.) Es tut mir Leid, aber ich bin müde und werde nächste Woche von dem Besuch schreiben, der gerade bei mir ist. In den nächsten Tagen werde ich aber noch ein paar Fotos in den Post einfügen, also bleibt dran!

Alles Liebe,
Kathi

Dienstag, 22. Mai 2012

Noch ein Workshop und ein Picknick (und ein Erdbeben)

Eigentlich war die letzte Woche eher langweilig. Deswegen ist es vielleicht ganz gut, dass ich ein bisschen spät dran bin mit dem Post, weil ich so über interessantere Dinge berichten kann.

Am Mittwoch waren wir im Finanz- und Wirtschaftsgymnasium in Sofia und haben dort einen Workshop gemacht, das heißt, eigentlich sogar zwei parallel. Die Lehrerin, die uns eingeladen hat, war aus Österreich und richtig nett. Sie war ganz begeistert von dem, was wir so machen, und hat uns danach sogar noch mal eingeladen, für einen Workshop auf Englisch am Dienstag. Sogar der Direktor, der schon uralt war, hat sich für unser Projekt interessiert und eingesetzt. Und dann habe ich mein Handy da vergessen. Ziemlich schlau.

Abends habe ich den Chor geschwänzt (sorry, Leute) und war mit meinen beiden Kollegen im Park; wir haben uns unterhalten und Bier getrunken oder Schokolade gegessen oder beides. Das war auch ganz nett. Sofia ist wunderschön.

Und am Wochenende war unser übliches monatliches YFU-Treffen. Es waren nicht so viele Leute da, aber es war trotzdem ganz nett. Wir haben ein Picknick veranstaltet und ich hab dem einen Mädel ein bisschen beim Deutsch Lernen geholfen (Endungen sind schwer, okay?). Dann wäre eigentlich noch die Nacht der Museen gewesen, aber ich war auch müde und hatte kein Handy und hab stattdessen einen Film geschaut. Auch gut.

Wahrscheinlich habt ihr schon von dem Erdbeben letzte Nacht gehört, 5,6 auf der Richter-Skala (oder mehr, je nachdem, wen man fragt). Ich muss zugeben, dass ich gar nichts davon mitbekommen habe. Morgens vor dem Workshop habe ich die anderen Teamer getroffen und sie haben gleich erzählt, "Oooh, das Erdbeben, hast du's mitbekommen? Ich bin ganz nervös..." etc. pp. Ähh... welches Erdbeben? Das war jedenfalls den ganzen Tag lang das Gesprächsthema, und bei Facebook ist mein ganzer News Feed voll mit Posts darüber. Eine Auswahl:
  • I hope that we all survived the strongest earthquwacke lately tonight in Sofia n Pernik !!
  • Me despertó un temblor, y ya no puedo dormir!!!!
  • Най- бързото ми ставане :)
  • ein Video mit einem gesungenen Gebet für Bulgarien
  • eine horror nacht- ein 6,4 erdbeben in sofia... ich will nach deutschland..
  • ‎#prayForBulgaria?!?! Seriously Twitter, seriously?!?! uhmmm...no, thanks. Pray for your teen idol Selena Attention-Whore Gomez and leave my country alone, no1 even got seriously hurt. 
  • ‎5,6 по рихттер... Дано няма пострадали! Благодаря ти Боже, че опази секцията над главата ми да не ме убие!
  • Ja, dass war ein Erdbeben und ja, der Strom ist ausgefallen.
  • Seen on the ESN Bulgaria page: "Yesterday earthquake, now tornado... Tomorrow Vitosha is not a mountain but a volcano??? Fuck USA, the apocalypse starts in Bulgaria"
  • Night - earthquake, day - amazing thunderstorm with hail. And it's not even 4 pm ;p I LOVE BULGARIA!
Letzterem will ich mich anschließen. Обичам те, България! Das angesprochene Gewitter hat mich übrigens, im Gegensatz zum Erdbeben, voll erwischt. Nach dem Weg ins Büro sah ich aus, als wäre ich durch einen flachen Fluss gewatet. Nervig. (Und ich hatte sogar einen Regenschirm.)

Abschließend will ich also sagen, dass ich noch lebe, genau wie alle, die ich kenne (na gut, niemand ist tot), und dass ich weiterhin Wasser, Strom und Internet habe.


Ach ja, eine witzige Sache noch. Erinnert ihr euch an diesen Mini-Kanal, der bei mir zu Hause vorbei fließt? Über den ich mich heimlich immer lustig gemacht habe, weil er nur so 1 m breit ist, wenn überhaupt, aber extrem viel Platz hat? So sah er letzte Woche aus:



Und so heute:


That's all, folks.

Kathi

Montag, 14. Mai 2012

Workshops and hiking and sleep, oh my!


… das war meine letzte Woche. Montag habe ich noch irgendwie versucht, Teamer für die Workshops in Plovdiv aufzutreiben, was aber irgendwie unmöglich war. Alle hatten irgendwelche Diplomverleihungszeremonien oder Arbeit oder Uni oder waren in Istanbul... aber letztendlich sind dann nur wir drei vom Büro gefahren und es lief trotzdem ganz gut. Am Dienstag sind wir in den Bus nach Plovdiv gestiegen und dann bei E. untergekommen. Sie war 2006/07 Gastschwester einer deutschen Schülerin, ihr Bruder war in Frankreich im Austauschjahr und ihre Mutter ist im Vorstand – eine richtige YFU-Familie also. Wir haben uns richtig nett unterhalten und es war wie CouchSurfing. Uuund sie hat sogar eine Katze! Sie mochte mich nicht, aber es war wohl nichts persönliches; die anderen beiden „Fremden“ hat sie auch nicht gemocht.

Die Workshops am nächsten Tag liefen dann richtig gut. Die Schüler haben super mitgemacht und ich glaube, sie haben auch fast alle etwas darauf mitgenommen. Wir haben erst alle zusammen eine Gruppe geteamt, dann haben wir uns aufgeteilt und ich hatte eine Gruppe für mich allein. Der Workshop war dann erst etwas chaotisch – vor allem, weil wir eigentlich nicht genug Materialien hatten – war dann aber am Ende doch ganz gut. Wir hatten sogar noch etwas Zeit übrig und haben noch ein kurzes Spiel gemacht.


Danach sind wir essen gegangen, haben ein paar Einkäufe gemacht und sind zu E. zurückgekehrt. Dort haben wir „Ziemlich beste Freunde“ gesehen, was ein ziemlicher genialer Film ist. Dann sind wir noch kurz durch die Altstadt gelaufen, haben etwas zu Abend gegessen und waren in einer Bar. E.s Mitbewohnerin hatte Spanisch in der Schule und hat uns von ihren Plänen erzählt, durch Südamerika zu reisen (vier oder fünf Monate lang – wie cool ist das denn?).

Am Donnerstag liefen die Workshops nicht gaaanz so super, aber immer noch recht gut. Die Lehrer waren jedenfalls ganz begeistert und selbst die Rektorin sagte, wir seien immer wieder willkommen. Sogar in den englischen Klassen sollen wir vielleicht demnächst ein paar Workshops halten. Super!

Auf dem Weg zurück in die Stadt zum Mittagessen habe ich erst mal den Kopf ans Fenster gelehnt und gedöst – ohne zu merken, in was für einem Bus ich überhaupt war!



Unglaublich. Ich wusste ja, dass viele Busse aus Deutschland schließlich in Bulgarien landen, und bin auch schon öfter mit solchen gefahren, aber dieser? Das ist ja praktisch mein Schulbus!

Am Freitag haben wir schon die Details für den nächsten Workshop geklärt. Endlich werden wir mal wieder in Sofia sein, und zwar an einem Gymnasium für Wirtschaft und Finanzen... interessant. Abends war ich noch auf einem Chorkonzert von ein paar Mädels aus meinem Chor (irgendwie studieren die alle Klassischen Gesang oder solche Sachen... wow) und bin danach mit zwei Freundinnen durch Sofia spaziert. Hier gibt es gerade so eine Aktion mit Klavieren in der Stadt, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Die Mädels, mit denen ich unterwegs war, waren zusammen auf einem Musikgymnasium und konnten daher extrem gut Klavier spielen. Es war beinahe unheimlich.

 
Obwohl ich von den letzten zwei Wochen schon ziemlich fertig war – wir hatten ja auch kein richtiges Wochenende – bin ich am Samstag noch mit einer Gruppe CouchSurfer auf dem Vitosha herum gewandert (mehr Bilder findet ihr in meinem Facebook-Album).


Es war eigentlich ziemlich cool, und ich bin froh, dass ich's gemacht habe... aber danach war ich wirklich – figurativ – tot. Ich hab mich sogar noch kurz in einem Park hingelegt, bevor ich nach Hause gegangen bin. Keine Ahnung, was ich dann noch gemacht habe. Am Sonntag wollte ich ja auch eigentlich in die Kirche gehen, aber ich konnte die Energie einfach nicht aufbringen... also wurde es ein Gammeltag. Wegen irgendwelcher blöden Insektenstiche konnte ich nicht mal ausschlafen (durfte aber noch ~ 4 € für Fenistil ausgeben... doofe Viecher), habe dann aber später einen Mittagsschlaf gemacht.


Und ja! Das war's eigentlich. Fragen, Anmerkungen, Kritik, Hass?

Kathi

Montag, 7. Mai 2012

High vom VBT-Feeling


(Für Nicht-YFUler werde ich in diesem Blogpost Anmerkungen in Klammern machen; die anderen können sie einfach ignorieren.)

In der letzten Woche waren wir auf VBT und es war so genial. (VBT bedeutet Vorbereitungstagung. Dort bereiten wir die Schüler, die im Sommer in ihr Austauschjahr fahren, auf selbiges vor.) Wir hatten 14 Teilnehmer; es waren sogar mehr Jungs als Mädchen. Sie fliegen alle nach Deutschland, einer davon aber nur für sechs Wochen im Sommerprogramm. Drei Leute haben wegen Krankheit oder Zweifel an der Programmteilnahme abgesagt. Für die machen wir dann noch mal ein Wochenende oder so.


Wir waren in einem etwas heruntergekommenen Hotel – no offense – in einem Kurort bei Stara Zagora. Fun Fact: Kurort heißt auf Bulgarisch auch Kurort, oder курорт. Es war ein ganz winziges Dorf mit anderthalb Läden und vielen Hotels, also perfekt für eine VBT. (Wir machen das immer ganz gern an abgeschiedenen Orten, damit die Teilnehmer sich auf das Programm konzentrieren und sich nicht so leicht mit Alkohol versorgen können.) Das Essen war nicht so toll oder abwechslungsreich, aber man konnte es essen, jedenfalls bis auf das Sauerkrautgericht am letzten Tag. Ich hab viele neue bulgarische Wörter gelernt, und auch ein paar spanische. Ich mag Sprachen. Für mich war es eigentlich ganz praktisch, dass ich so mittelgut Bulgarisch kann: So konnte ich zwar mit den Schülern socialn (Zeit verbringen, quatschen usw.) und es war auch nicht so anstrengend für mich, den ganzen Tag Bulgarisch zu hören, aber ich musste nicht so viel teamen (Workshops leiten). Okay, ich gebe zu, ich hätte gern mehr geteamt und unserem Leiter ein bisschen was abgenommen, aber mit meinem jetzigen Sprachniveau kann ich kaum über so abstrakte Themen wie Anpassung, Kultur und Identität reden. Dafür habe ich dann mehr Spiele und Energizer (witzige Aktivitäten, die einen wach machen und motivieren) und so gemacht. Ist es komisch, dass ich mich jetzt schon auf meine nächste VBT freue?


Jetzt plane ich schon wieder die nächsten Workshops in Plovdiv und Varna. Übrigens wird es hier richtig Sommer. In unserem Freiwilligenbüro unterm Dach werden wir langsam gegart. Aber hey, besser als Schneeregen bei 3° C, oder?

 Kathi

P.S. Und als Letztes noch der Beweis, dass nach müde wirklich blöd kommt: