Montag, 6. Februar 2012

Eine Woche Türkei

Diese Woche war ich auf einem Seminar in Eskişehir, Türkei. Das Ganze lief über Youth in Action (d. h. die EU bezahlt; danke, EU) und war ziemlich cool. Das Thema hieß "Keep Alive Yourself - The Forgotten Games".

Nach Eskişehir sind wir mit dem Bus gefahren, erst 9 Stunden nach Istanbul und dann noch mal 5 nach Eskişehir. Um 2 Uhr morgens mussten wir alle aus dem Bus und unsere Pässe an der Grenze vorzeigen... bei gefühlten - 20° C. Brr.

Dort angekommen stellte sich dann heraus, dass wir die erste Gruppe waren, und die Workshops an sich erst am nächsten Tag beginnen würden. Es gab fünf Gruppen (aus Spanien, Polen, Rumänien, Bulgarien und der Türkei) mit je vier Teilnehmern und einem Gruppenleiter. Am Nachmittag habe ich also noch ein bisschen geschlafen.

Abends kamen dann die Rumänen an, und gegen 5 Uhr morgens die Polen. Dank Wetterchaos waren die Spanier am Flughafen in Málaga stecken geblieben und würden erst Samstag früh zu uns stoßen, aber wir legten schon mal los: Kennenlernspiele, gruppendynamische Übungen, Energizer and all that jazz. Es war schon merkwürdig, wieder eine ganz normale Teilnehmerin zu sein, ohne jegliche Verantwortung -- aber auch sehr entspannend. Witzig war, dass die Teilnehmer alle irgendwo zwischen 13 und 28 waren... aber meistens noch Schüler. Und wie erwachsen sie alle sein wollten! Beispiel: "Meine beiden Mitschülerinnen sind ja erst 13, aber ich bin schon fast 15!" *überlegener Blick* (Auf Nachfrage war ihr Geburtstag dann... im November.)



Aber jedenfalls konnte ich jede Menge Ideen für Wahrnehmungsspiele und so weiter mitnehmen. Allerdings bin ich mir nicht so ganz sicher, wie effektiv das Seminar so war... ich meine, was war überhaupt das Ziel der Tagung? Am Anfang wurde "Spaß haben" formuliert, aber warum sollte die EU das finanzieren? Die Grundidee war eigentlich ganz gut, denke ich; vorab wurde etwas gesagt von "Früher haben wir mit anderen Kindern auf der Straße gespielt, aber jetzt sitzen wir nur noch am Computer" und "Wir haben nicht zwischen Jungen und Mädchen unterschieden" und "Wir werden Spiele aus verschiedenen Ländern kennen lernen" und so weiter (paraphrasiert, natürlich). Gespielt haben wir auch, und Spaß hatten wir. Auch haben wir definitiv mit jungen Menschen aus anderen Ländern interagiert, interkulturelle Freundschaften geschlossen etc. pp., aber ich meine, man hätte so viel mehr aus dem Seminar herausholen können! Es ist, als hätten wir oft nur die Simulation, das "Erlebnis", durchgeführt, aber dann keine Auswertung gemacht. Dabei hätten wir so viele Ansatzpunkte gehabt! Zum Beispiel ist mir (und anderen) aufgefallen, dass die Spiele aus den verschiedenen Ländern sich sehr geähnelt haben oder sogar identisch waren, und dass wir uns dann auf eine Version einigen mussten, um spielen zu können. Das wurde aber nie besprochen... schade. Beim Feedback habe ich das auch angesprochen, aber anscheinend hat niemand meine Meinung geteilt. Vielleicht bin ich zu deutsch und YFU-geprägt.


Entschuldigt den Exkurs, liebe Nichtteamer; jetzt werde ich etwas übers Essen schreiben. Dafür können wir uns doch alle begeistern, nicht wahr? Also: Das Essen war sehr gut. Jeden Tag konnten wir im Hotel frühstücken (es gab Pommes und heiße Blätterteigröllchen, die wir in Nutella gedippt haben... wow) und in einer Art Mensa um die Ecke zu Mittag und Abend essen. Wir konnten uns ein Hauptgericht, eine Beilage und eine Suppe oder einen Salat oder ein Dessert aussuchen. Und türkisches Brot gab es natürlich. Mmh... Brot.


Und am letzten Tag waren wir in einem richtigen Restaurant essen. Das Gericht: Ein riesiges Brot, dann eine Platte Fleisch. Gefällt mir.


Und der türkische Tee, nicht zu vergessen. Ich habe jeden Tag mindestens einen davon getrunken.


Ein etwas kalorienhaltigeres Heißgetränk ist "Salep", aus Orchideenmehl (?) und Milch und Zucker und mit Zimt. Sehr lecker.


Wie war das? Ob wir auch etwas anderes gemacht haben außer essen und trinken und spielen? Hm... geraucht haben wir, wobei ich mit "wir" dreizehnjährige Polinnen und ihre 40-jährige Englischlehrerin meine, und mit "rauchen" Wasserpfeife.


Okay, das ist eine spanische Studentin. Ihr wisst schon, was ich meine. Den Mädels hat's jedenfalls Spaß gemacht, aber ich habe nur Kopfschmerzen von dem ganzen Rauch bekommen.


Ist aber cool, dass Türken da so chillig sitzen und Tabak rauchen und Tee trinken können (im Vergleich zu einigen deutschen Jugendlichen, die anscheinend ohne Vodka-Red Bull keinen Spaß haben können).

Ach ja, eine Stadttour haben wir auch noch gemacht:






Und sonst fällt mir keine elegante Art ein, diesen Post zu beenden. Dann bis nächste Woche (wenn ich über mein Mittelseminar schreibe)!

Kathi

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