Montag, 30. Januar 2012

Schnee, keine Workshops, aber eine Party


Überraschung: Endlich gibt’s mal wieder einen vernünftigen Beitrag im Stil von „Ich berichte über meine Woche“. Diese war nämlich unwesentlich interessanter als die vorherigen.

Eigentlich hätte ich heute über meine erste mehrtägige Workshopsession geschrieben; ich wollte am Mitttwochabend nach Silistra (Nordostbulgarien) fahren, um dort am Donnerstag und Freitag je zwei Workshops durchzuführen. Dann wäre ich nach Stara Zagora zur EVS-Party gefahren (wir Freiwilligen vom gleichen Ankunftsseminar treffen uns ja ein Mal im Monat). Nun kam aber alles ein bisschen anders als geplant. Am Dienstagabend rief meine Kontaktperson in Silistra an und sagte mir, dass die zwei anderen Teamerinnen aus Varna nicht kommen würden, weil ihr Eltern es wegen des Wetters nicht erlaubten; jede Menge Schnee war angesagt. Ich packte also meine Tasche wieder aus, sagte bei allen meinen abgesagten Verabredungen (Sprachkurs, Chorprobe, Klavierunterricht) wieder zu und machte einen neuen Termin mit der Lehrerin aus. Wie sich dann herausstellte, war es ganz gut, dass ich nicht dorthin gefahren bin, sonst wäre ich jetzt vermutlich immer noch dort.



Es hatte aber auch etwas Gutes, dass ich nicht fahren konnte, denn so habe ich es noch zur Chorprobe geschafft, wo ein Mädchen Geburtstag und ein anderes sein Studium abgeschlossen hatte. Es gab daher mehr Wein und Saft und Kekse als Singen...



Aber nach Stara Zagora bin ich dann doch noch gekommen, wenn auch per Bus (sogar bezahlt habe ich), weil ich fürs Trampen keinen Partner gefunden hatte – aus Sofia konnte niemand kommen – und es mir dann doch ein bisschen zu kalt war. Immerhin konnte ich dann unterwegs so um die 80 Seiten aus Herr der Ringe lesen. Im Sommer wollen wir in Varna alle Filme direkt nacheinander sehen.

Gegen Mittag war ich in Stara Zagora und habe mich erst mal mit den zwei Freiwilligen unseres dortigen Büros zum Essen getroffen. Es war schön, sie mal wieder zu sehen. Danach hat der eine Freiwillige (A. aus San Francisco, ein Peace-Corps-Freiwilliger) mir die Stadt gezeigt und dann haben wir noch ein paar Serien und einen Film gesehen. Und dann sind wir zu der Party gefahren!


Es gab Ofenkartoffeln und Brot und viele nette Gespräche. Wir Deutschen waren in der überwältigenden Überzahl (fünf), sodass ich mal wieder jede Menge Deutsch sprechen konnte... ob das jetzt als gut oder schlecht einzuordnen ist, bleibt dem geneigten Leser überlassen. Irgendwann (und mit „irgendwann“ meine ich „gegen viertel nach eins“) sind wir dann in so eine Bar/Club/Billiardladen gegangen, aber einer anderen Deutschen und mir war's dann etwas zu laut dort und wir sind noch ein bisschen spazieren gegangen. Unterwegs haben wir eine Gruppe französischsprachiger Schweizer getroffen, was meine Begleiterin sehr gefreut hat ((sie liebt Französisch)... und meinen Eindruck, ich habe mein ganzes Französisch vergessen, noch bestärkt hat. Mir sind die ganze Zeit nur bulgarische Ausdrücke in den Sinn gekommen. Das könnte man aber auch positiv deuten: Mein Bulgarisch wird immer besser! Über abstrakte Ideen kann ich aber leider immer noch nicht so wirklich sprechen, wie ich gestern gemerkt habe, als ich versucht habe, mich mit einem Bulgaren per Facebookchat über klassische Musik zu sprechen. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Google und ihren Übersetzungsservice.

Im Klavierunterricht geht es auch voran: Zur Zeit lerne ich das Themaaus der 40. Symphonie von Mozart und das Menuett in G von Bach. Leider werde ich in der nächsten Woche nicht üben können, weil ich auf einem Seminar in Eskisehir in der Türkei sein werde (optimistischerweise nehme ich aber mal meine Noten mit, obwohl ich mal davon ausgehe, dass es dort kein Klavier geben wird). Ich hoffe ja mal, dass es wärmer sein wird als gerade hier in Sofia oder in Deutschland.

Bis nächste Woche (sofern es Internet gibt)!
Kathi

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