Montag, 12. Dezember 2011

The City of Guns'n'Roses

Wie gesagt hatten wir alle auf dem On-Arrival Training im November so viel Spaß zusammen, dass wir uns für ein weiteres Treffen im Dezember entschieden haben, genauer gesagt am 10. und 11. Dezember in Kazanlak. Weil auf dem Seminar auf mal das Thema Trampen aufkam, hat einer der Freiwilligen The Ultimate Sofia - Kazanlak Hitch-Hiking Challenge organisiert. An diesem Wochenende bin ich also zum ersten Mal in meinem Leben per Anhalter gefahren, und es war toll.

Die zehn Freiwilligen aus Sofia haben sich am Vormittag (ausgemacht war 10:30 Uhr, es wurde dann aber eher 11:30 Uhr... Künstler eben) an der Alexander-Nevski-Kathedrale getroffen und sich in Gruppen aufgeteilt; zu zehnt ist es etwas schwierig, ein Auto anzuhalten. Ich habe mich mit O., einem Freiwilligen aus der Türkei, der jetzt in einem Kulturzentrum in Kjustendil arbeitet, auf den Weg in den Osten der Stadt gemacht. Es hat etwa 45 Minuten gedauert, bis endlich ein Auto angehalten hat, aber es war ein sehr netter Mensch darin, R. Es stellte sich heraus, dass R. nicht so ganz in unsere Richtung unterwegs war, also hat er uns einfach mal 8 km zu der anderen Straße gefahren -- und dann noch mal 10 km zu dem nächsten Dorf, weil das eine bessere Stelle war. Er sagte, er sei auch mal per "avtostop" von Flensburg nach Kassel gefahren. Merke: Tramper müssen zusammenhalten!


Hitch-Hiking Like A Boss

In Dolno Kamartsi mussten wir gerade ein Mal eine Viertelstunde warten, bis ein älterer Herr, B., angehalten hat. Er kam aus Sofia und war unterwegs nach Karlovo (ca. 60 km vor Kazanlak) zu einer Geburtstagsfeier und hat sich unterwegs mit uns über die aktuelle Europapolitik unterhalten und uns angeboten, uns am nächsten Tag wieder mit zurückzunehmen. Toll, was man so für Leute trifft! In Karlovo hat er uns an einer Tankstelle abgesetzt...


Die Berge vor Karlovo und unsere Schatten

... und uns dort auch gleich eine Mitfahrgelegenheit nach Kazanlak verschafft: Ein Pärchen war gerade am Tanken und er hat sie gefragt, wie weit es ist, woraufhin sie gleich gesagt haben, wir könnten mitkommen. In Kazanlak gibt es am Ortseingang einen Kaufland, wo wir unsere Reise kurz für eine "Grillwurst" unterbrachen:



Sagt O.s Gott nicht, dass er ein unreines Tier gegessen hat


Nun mussten wir auch noch zu der Wohnung der beiden Freiwilligen kommen, die uns eingeladen hatten. Praktischerweise lag die am anderen Ende der Stadt. Wir beschlossen, erst mal herauszufinden, wie weit es denn genau war, und dann ein Taxi oder den Bus zu nehmen oder auch zu laufen. Der Mann, den wir fragten, sagte, er sei auch gerade dorthin unterwegs und er könne uns mitnehmen...

"Wir sind die allergrößten Glücksschweine der Welt, weißt du das?" (Titanic)

So kamen wir also von Sofia nach Kazanlak für gerade ein Mal einen Lev für O. und 80 Stotinki für mich (ich habe ein Zehnerticket für die Straßenbahn).

Auf der Feier wurde dann ordentlich gegessen, getrunken, getanzt, wie man das eben so macht.


Alle mit der Hand im Gesicht

Außerdem haben wir natürlich die Wichtelgeschenke verteilt. Jeder bekam ein Päckchen von seinem Geheimwichtel und eine Umarmung vom Weihnachtsmann.

B. konnte uns am nächsten Tag leider nicht mehr mitnehmen, weil wir zu lange geschlafen haben... aber so konnten wir viele andere tolle Menschen treffen! Eine Freundin von O. aus Kjustendil ist auch mitgekommen. Erst hatten wir drei Autos direkt nacheinander, die uns insgesamt nur so 40 km weit gefahren haben...


In Dunavtsi nach Auto Nr. 2

... aber dann hat uns ein Sofioter in einem roten Mazda, D., den ganzen Weg zurück gefahren.


Kalofer, wo wir D. getroffen haben

Es gab aber noch einen kleinen Umweg durch den Trojan-Pass. Wir sind mitten durch die Berge gefahren; es war einfach unglaublich. Den ganzen Tag hatten wir über die Landschaft und die Natur gesprochen, und dann waren wir auf einmal mittendrin!


Schöne Panorama-Fotos gibt es leider nicht, aber glaubt mir, es war wahnsinnig


Gegen 19 Uhr waren wir dann wieder in Sofia, D. hat mich vor dem Serdika-Center abgesetzt und es waren dann nur noch fünf Minuten Fußweg bis nach Hause.

Was ich aus dem Wochenende mitnehme?

1. Per Anhalter fahren ist toll und ich muss es definitiv noch mal machen.
2. Bulgarien ist ein wunderschönes Land.
3. Es ist nötig, Wechselkleidung zu einer Party mit Übernachtung zu nehmen, weil das sonst auch niemand tut.
4. Bulgaren sind wunderbar hilfsbereit und gastfreundlich.
5. Die Welt ist bunt!

Eure Kathi

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