Dienstag, 11. Oktober 2011

Bisherige Umzüge: 2. Noch zu bewältigende Umzüge: ???


Liebe Mitleserinnen und Mitleser,


ich schreibe dies vom Bett von einer der Töchter von I. aus. Zur Zeit wohne ich nämlich bei I. und ihrem Mann D., weil ich immer noch keine Gastfamilie habe, E. aber schon wieder in Bulgarien und in ihrer Wohnung ist. Vielleicht ziehe ich doch in eine WG. Das wäre zwar kulturmäßig nicht so sinnvoll wie eine Gastfamilie, aber immerhin etwas Dauerhaftes.


Am Freitag bin ich also nach der Arbeit mit der Straßenbahn und einem Rucksack fürs Wochenende zu I. nach Hause gefahren. E. kam zwar erst gestern Abend an, aber am Freitag war bei uns der Kammerjäger und hat überall Chemikalien gegen Bettwanzen versprüht und da wollte ich dann nicht so gern schlafen. Meine Mitbewohnerin und ihr Freund waren deshalb das Wochenende über in Melnik. Am Abend sind D. und ich mit seinem kleinen Skoda Fabia zurück zur Wohnung gefahren, haben mein Digitalpiano eingepackt, den Ständer zusammengeklappt, alle meine Sachen in den Koffer geschmissen und alles (!) ins Auto gepackt. Erstaunlich, was alles in einen Kleinwagen passt, wenn man die Rückbank etwas nach vorne kippt...

Bei I. und D. habe ich mich dann gleich häuslich eingerichtet. Es kann wohl etwas dauern, bis ich eine neue Bleibe finde... aber wenn nicht, nimmt es auch nicht zu viel Zeit in Anspruch, alles aus dem Schrank und vom Schreibtisch wieder in den Koffer zu packen. Hier habe ich ein Zimmer im Souterrain, das eigentlich I.s jüngerer Tochter gehört, die gerade in Schottland Archäologie studiert. Es ist nicht luxuriös, aber es hat ein eigenes WC und Waschbecken, eine Bücherwand und - was das Wichtigste ist - es gibt hier eine Katze!


Hier schaut sie etwas genervt drein


Ansonsten ist diese Woche nicht viel Interessantes passiert. Okay, ich war bei einer Kulturmittlerkonferenz und einem Empfang in der Deutschen Botschaft in Sofia, und dann noch bei einer Infoveranstaltung und noch einem Empfang in Plovdiv, aber ansonsten...


Okay, ich erzähl's euch. Am Mittwoch waren I. als Geschäftsführerin von YFU Bulgarien und ich als Europäische Freiwilligendienstlerin zu einer Kulturmittlerkonferenz eingeladen. Viele Menschen an einem Tisch, Gebäck und gefüllte Croissants und Orangensaft, Diskussionen über das bulgarische Bildungssystem und wie interessant Bulgarien in Deutschland wirkt. Wir konnten ordentlich Werbung für Colored Glasses machen - inzwischen sind es schon 10 feste Teamer und drei unentschlossene, ein Rekord für dieses Stadium der Teamersuche. Um 19 Uhr dann der Empfang. Es gab gutes deutsches Essen (Kartoffelsalat, Spätzle, Bockwürstchen, Brezeln...) und viele schick gekleidete Menschen, die ich nicht kannte. Deshalb war es für meine Mitbewohnerin, ihren Freund und mich nicht so interessant da und wir sind nach knapp zwei Stunden schon gegangen.


Am nächsten Tag hatte I. um 14 Uhr eine Infoveranstaltung über das Studieren in Deutschland. Mich hat sie mitgenommen, um für "Nach dem Abi ein Jahr lang was anderes machen" im Allgemeinen und für den Europäischen Freiwilligendienst im Besonderen zu werben. Außerdem haben wir wieder mal Colored-Glasses-Werbung gemacht. Abends stand dann noch ein Empfang an, wieder mal zum Anlass des Tags der Deutschen Einheit (und das war am 6. Oktober... na ja). Noch besseres Essen und sogar Leute, mit denen ich mich unterhalten konnte. Zitate des Abends: "Sie sehen aber jung aus... wie 14 oder 15" und "Verlieben Sie sich bloß nicht, dann kommen Sie hier nie wieder weg." Danke für den Tipp.


Und heute hat meine Mitbewohnerin M. Geburtstag und hat mich zum Abendessen eingeladen (Schopska Salata, Auflauf, Baklava). Danach nach Hause zu kommen, war auch ein Abenteuer... eigentlich sollen die Straßenbahnen hier bis 23:30 Uhr fahren, aber ich stand um 23 Uhr an der Haltestellen und es kamen alle Straßenbahnen in alle Richtungen - nur nicht die 22 nach Osten. Schließlich habe ich ein Taxi genommen (~ 2 €) und war schließlich um 24 Uhr zu Hause. Na ja, morgen habe ich frei, da kann ich ja dann ausschlafen.


Лека нощ!
Kathi

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