Montag, 26. September 2011

1 Wochenende, 9 Schüler, 5 Teamer und viele neue Wörter

So war die NBT in Samokov, bei der ich dieses Wochenende war.

Aber erst mal erzähle ich euch von meiner ersten Woche in София. Eigentlich habe ich schon eine richtige Routine entwickelt: Aufstehen, Morgentoilette, Frühstück, zur Arbeit gehen. Drei Stunden lang das deutsche Colored-Glasses-Konzept ins Englische übersetzen, Mittagessen, drei Stunden lang weiter übersetzen. Nach Hause gehen. Chillen, lesen, im Internet surfen. Abendbrot essen. Abwaschen. Chillen. Duschen. Ins Bett gehen.

Klingt ziemlich lame, ist es auch, aber ich hoffe mal, dass ich ein bisschen mehr raus komme, wenn ich eine Gastfamilie habe. Natürlich kann ich jetzt auch draußen herumlaufen, und das mach ich auch oft (heute war ich z. B. bei dm und habe in einem Buchladen eine Bulgarien-Wandkarte gekauft), aber wirklich in Kontakt mit Leuten kommt man da ja auch nicht. Obwohl ich das vielleicht mal ausprobieren sollte... einfach auf Menschen auf der Straße zugehen und sagen: "Will you be my friiiend?"

Am Donnerstag hätte ich dazu genügend Gelegenheiten gehabt, da war nämlich der Unabhängigkeitstag Bulgariens (so was wie der 4. Juli in den USA, nur dass man hier anscheinend einfach zu Hause bleibt und fernsieht, statt mit Raketen zu schießen und sich vollzufressen) und daher hatte ich frei. Nachmittags habe ich also einen Stadtrundgang durch Sofia gemacht und habe sehr viele Eindrücke gewonnen (Fotos gibt es übrigens bei Facebook). Schockiert haben mich die Menschen, die in Mülleimern nach verwertbaren Sachen gesucht haben, und die traurigen Augen der Straßenkatzen haben mich sehr berührt... aber Sofia hat auch viele schöne Seiten. Die Parks, die historischen Gebäude und Kirchen, die Statuen und das schöne Wetter, das ich hier bisher bis auf einen Tag ununterbrochen hatte, machen mir die Stadt ziemlich sympathisch, trotz der Armut.

Eine typische Sofioter Nebenstraßenecke

Am Freitag ging's dann um 13 Uhr mit dem Autobus nach Samokov (ca. 90 Minuten Fahrt). Sehr cool, mit so einem bin ich noch nie gefahren... es war wie ein kleiner Lieferwagen, nur mit Sitzen -- so für vielleicht 16 Personen.

Die NBT an sich war wohl ziemlich wie eine deutsche -- denke ich zumindest, denn ich hab kein Wort verstanden. Aber die anderen Teamer haben mir das ja immer ganz toll erklärt. Ich war für die Energizer zuständig; wir haben "Big Fat Pony" und "Wo ist Horst?" (bzw. die bulgarische Version, die ich schnell am Frühstückstisch mit Hilfe von P. "Къде е Спиро?" betitelt habe) gespielt. Apropos P. -- oben findet ihr einen Link zu einer Seite, auf der ich alle Anfangsbuchstaben erkläre, "Die handelnden Personen".


Wie bei jeder richtigen YFU-Tagung gehörte ein Berg Süßigkeiten im Teamerzimmer dazu

Nachdem ich ja die ganze Woche in der WG mit meiner deutschen Mitbewohnerin M. gelebt hatte und "richtigen" Bulgaren nur beim Einkaufen begegnet war, war das Wochenende in einem bulgarischen Hotel mit bulgarischen Schülern und einem bulgarischen Team eine ziemliche Umstellung für mich. Die ganze Zeit Menschen zuzuhören, die eine unbekannte Sprache sprechen, ist ziemlich anstrengend. Es ist, als würde mein Gehirn versuchen, eine Übersetzung à la Google Translator zu generieren und es würde jedes Mal nur "Leider befindet sich Ihre gewählte Sprache nicht in unserer Datenbank; wir arbeiten daran, das Problem zu beheben." als Ergebnis kommen. Und das den ganzen Tag... da wird man schnell müde.

Außerdem: Die Mahlzeiten! Hier scheint es normal zu sein, zum Mittag- und zum Abendessen eine Vorspeise (Salat oder Suppe), ein Hauptgericht und ein (sehr süßes) Dessert zu servieren. Wow. Warum sind dann nur alle Bulgaren so dünn? Vielleicht ist das aber auch eine Hotel-Sache, keine Ahnung.

Ein paar neue Wörter habe ich allerdings gelernt und auch aus dem Gerede herausgehört war -- simple Phrasen wie "alles", "hier", "Zeit" und "mögen", aber auch längere, YFU-spezifische Wörter ("Ausland", "Jahr", "Familie"). Trotzdem brauche ich unbedingt diesen Sprachkurs... aber lange dauert's ja nicht mehr.

Die Schüler bei der Abreise

So viel also zur NBT. Ansonsten gibt's nicht viel Neues... ach ja, in zwei Wochen gehe ich zu einer "Kulturmittlerkonferenz" und abends zu einem Empfang in der Deutschen Botschaft. Uii...


Das war's soweit von mir. Eine schöne Woche wünsche ich euch!
Кати

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