Dienstag, 12. Juli 2011

Wie alles begann...

Здравейте, liebe Mitleserinnen und Leser,

wie versprochen, erzähle ich euch in diesem Post, wie ich überhaupt zu meinem Freiwilligendienst in Bulgarien gekommen bin.

Eigentlich wollte ich nach dem Abitur schon immer direkt studieren, obwohl ich die Möglichkeit eines weiteren Auslandsaufenthalts natürlich in Betracht gezogen hatte. Im Februar, als ich zu einem Öffentlichkeitsarbeitsworkshop von YFU fuhr, wurde ich dann aber noch mal mit allem konfrontiert, was ich am Kulturaustausch liebe (bei der ÖA geht es schließlich darum, Leuten zu zeigen, wie toll das ist... wie man sieht, hat es geklappt) und mir wurde klar, dass ich es doch mit einem längeren Auslandsaufenthalt zwischen Abitur und Studium versuchen wollte.

Zuerst wollte ich ein längeres Praktikum in einer Rehaklinik oder einer ähnlichen Einrichtung in Großbritannien, Frankreich oder Belgien machen, aber das war, wie mir schnell klar wurde, nicht möglich, weil ich vor Beginn meines Studiums einfach noch nicht genug wissen würde, um für ein Sprachtherapiezentrum wirklich von Nutzen zu sein. Davon abgesehen würde ich kein Geld verdienen und müsste für Reise, Unterkunft und Verpflegung selbst aufkommen. Der Plan war also gestrichen.

Danach begann ich, mich doch noch mit der Idee eines FSJs anzufreunden. Früher dachte ich immer, Kinder zu bespaßen oder pflegebedürftige Alte zur Toilette zu begleiten, würde mir schnell langweilig, aber wie ich schnell herausfand, gbt es noch viele weitere Bereiche, in denen man arbeiten und dabei kreativ werden kann. Besonders interessierte ich mich für Osteuropa und die Arbeit mit Kindern und/oder Behinderten.

Da ich mit meinen Bewerbungen schon relativ spät dran war, schrieb ich so viele Organisationen wie möglich an. Der Bewerbungsmarathon begann. Ich fand heraus, dass ich idealerweise am Europäischen Freiwilligendienst teilnehmen sollte; andere Programm waren teuer, verlangten eine "persönliche Beziehung zu Jesus Christus" oder eine Bewerbung vor über zwei Monaten. Man braucht für den Europäischen Freiwilligendienst eine Entsendeorganisation aus dem eigenen Land und eine Aufnahmeorganisation im Zielland. Man kann in einer Datenbank der Europäischen Kommission nach Aufnahme- und Entsendeorganisationen suchen und das habe ich, als ich nach genau einer Woche eine potentielle Entsendeorganisation für Osteuropa hatte, dann auch getan. Es folgte ein weiterer Bewerbungsmarathon bei insgesamt 24 Aufnahmeprojekten, von denen sich leider nur neun zurückmeldeten (davon sieben mit Absagen und zwei mit Antworten à la "Jaaa... irgendwann suchen wir einen Bewerber aus... mal sehen.").

Unabhängig davon las ich im YFUpdate, dem wöchentlichen Newsletter unserer YFU-Landesgruppe, von der Möglichkeit, ein Praktikum bei YFU Flandern zu machen. Ganz klein darunter stand, dies sei auch im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes möglich. SCORE! Sofort suchte ich in der o. g. Datenbank nach "Youth for Understanding" und fand u. a. Ausschreibungen von YFU Norwegen, YFU Bulgarien und dem Dachverband der europäischen YFU-Organisationen in Brüssel. Ich bewarb mich bei allen; YFU Norwegen, Schweden und der EEE in Brüssel sagten, sie hätten schon Freiwillige gefunden, aber YFU Bulgarien fand, und ich zitiere, "deine Motivation und Erfahrung sind sehr ueberzeugend", Zitat Ende.

Wir telefonierten also am nächsten Tag und fanden uns gegenseitig ganz überzeugend, aber ich hatte am nächsten Tag noch ein Vorstellungsgespräch bei Schüler Helfen Leben in Berlin und I. (die "Chefin" von YFU Bulgarien) sagte, ich solle das erst noch abwarten und mir die ganze Sache noch mal durch den Kopf gehen lassen. Na ja, ich fuhr dann zum Vorstellungsgespräch, das sich irgendwie als Zeitverschwendung herausstellte, weil ich für ein 45-minütiges Gespräch über sechs Stunden unterwegs war und das Gespräch nicht mal besonders gut lief (ich hätte mich möglicherweise vorbereiten sollen und über die Organisation und deren Projekte informieren sollen...). Am Ende wurde ich auch nicht genommen, aber an dem Abend habe ich schon eine E-Mail nach Bulgarien geschrieben, dass ich gerne bei ihnen arbeiten würde und wir demnächst doch mal einen telefonischen Handschlag machen sollten (das war Anfang April). Das haben wir dann auch gemacht - jetzt müssen wir nur noch abwarten, ob die EU uns das Projekt auch fördert... aber I. ist da ganz optimistisch, und wenn man bedenkt, dass die auch schon früher Freiwillige über den EFD da hatten, sollte das doch kein Problem sein. Richtig? Richtig.

Tja, das war's eigentlich... Ach ja, meine Entsendeorganisation! Deswegen habe ich ziemlich oft mit A. aus dem YFU-Deutschland-Büro telefoniert und jetzt wird es so ablaufen, dass YFU-Deutschland zum ersten Mal Entsendeorganisation für den Europäischen Freiwilligendienst wird und ich sozusagen ihr Versuchskaninchen bin. Yay!


So, das sollte es jetzt wirklich gewesen sein. Aber jetzt mal was anderes: Am Donnerstag habe ich ein Bulgarisch-Lernbuch bei Amazon gekauft und laut DHL sollte es morgen da sein. Dann habe ich mal wieder was zu lernen. Nochmals yay!

Viele Grüße,
Kathi

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