Montag, 26. Dezember 2011

Весела Коледа!

Hier also endlich mein Bericht über mein Weihnachtsfest. Entschuldigt die Verspätung; ich war irgendwie eher in Gammel-Weihnachtsstimmung und konnte mich noch nicht dazu aufraffen, einen ganzen Blogpost zu schreiben.

Die Besonderlichkeit fing eigentlich schon am 23. Dezember an, als die beiden Freiwilligen D. und T. aus der Türkei kamen (eigentlich sind sie Deutsche, die ein halbes Jahr lang mit weltwärts in der Türkei sind). Wir wollten zusammen auf den bereits erwähnten Sofioter Weihnachtsmarkt, um eine Bratwurst zu essen und Glühwein zu trinken (Günaaah!), aber der hatte schon zu -- für immer. Der 22. Dezember war der letzte Weihnachtsmarkt-Tag. Ziemlich merkwürdig und nicht gerade gut fürs Geschäft, aber uns egal: Vor dem Theater gibt es einen anderen, deutlich kleineren Weihnachtsmarkt, der vom 15. Dezember bis 10. Januar auf hat, und wo es auf Bratwurst, Glühwein und Crêpes gab. Yay! Anschließend gab es noch ein Jahresabschlusskaffeetrinken mit YFU Bulgarien, eine Klavierstunde (von Donnerstag verschoben, weil keine Ahnung) und abends Bringdienstessen. Es sollte erwähnt werden, dass D. und T. bei K., dem Freund meines Arbeitskollegen, übernachtet haben, der uns in allen bulgarischen Traditions- und Sprachfragen beraten hat und ein toller Gastgeber war und überhaupt -- und dass seine Wohnung auch der zentrale Punkt unserer Weihnachtsunternehmungen war. Also Pizza bei K.

Samstag war auch schon Heiligabend! Nach dem Mittagessen sind wir weihnachtlich einkaufen gefahren -- eigentlich wollten wir ja schön alles selbst kochen, aber am Ende hat die Zeit und Motivation nicht dazu gereicht, also haben wir uns von den Mitarbeitern von Carrefour bekochen lassen -- danke! (Ich benutze sehr viele Gedankenstriche und Klammern, tut mir Leid.) Um 18 Uhr begann der bulgarisch-orthodoxe Gottesdienst in der Alexander-Nevski-Kathedrale. Es war... interessant, muss ich sagen. Weihrauch, Gesänge, Liturgie, Bibellesung, und den Papst (bzw. Patriarchen) haben wir auch gesehen. Anschließend sind wir wieder zu K. nach Hause und haben Kinderpunsch gemacht, nach der Maxime "Alles rein, was irgendwie gut schmecken könnte":


Ich glaube, am Ende war es Traubensaft, Orangensaft, Apfelsaft, Zimt, Nelken, Apfeltee... und bestimmt noch irgend etwas, das ich gerade vergesse.

Und einen Baum hatten wir natürlich auch!


Ich würde sagen, letztendlich war das Ganze ein Hybrid aus bulgarischer und deutscher Weihnachtskultur. Das Essen war eigentlich bulgarisch, aber mit deutschen Weihnachtskeksen (oder -plätzchen), die Milch und Eier und Butter enthielten (Günaaah!!!). Am Heiligabend darf man gemäß der Tradition in Bulgarien nämlich eigentlich nur vegane Speisen servieren. Aber da wir uns -- so wie übrigens auch der Großteil der Bulgarien -- in den 40 Tagen vor Weihnachten ohnehin nicht an das Fastengebot (keine tierischen Produkte, kein Alkohol, kein Sex...) gehalten hatten, ist es meiner Meinung nach sowieso egal.


Wir sind dann noch bis 7 Uhr wach geblieben, haben Spiele gespielt und geredet und gesungen, D. hat mir Akkorde erklärt, T. hat mir ein bisschen Ungarisch beigebracht und wir haben über YFU gequatscht (und festgestellt, dass wir auf jeden Fall mal zusammen teamen müssen -- LG HB, ich komme!!).

Das setzte sich dann noch am nächsten Tag fort, als wir nach ca. 3 h Schlaf eigentlich zu einem Konzert gehen wollte, bei dem es jedoch leider so voll war, dass die Leute schon auf den Gängen standen... wir sind dann zu mir nach Hause gegangen und haben unser eigenes kleines Konzert gehalten (vielen Dank für das Notenbuch, Mama & Papa) und danach noch selbst gekocht. Es gab Nudeln in Käsesahnesoße für D. (in der Türkei gibt es wohl keine so große Käseauswahl wie in Bulgarien oder gar in Deutschland) und банички, кебапчета und кюфтета für T. und K. Danach wurde geputzt -- auf türkische Art! D. und T. sind von ihren Gastmüttern schon zu perfekten Hausfrauen "erzogen" worden. Nochmals vielen Dank an euch zwei! Jetzt ist die Küche keine Schande (das türkische Wort weiß ich nicht mehr) mehr.

Und daaann war ich noch zum Weihnachtsessen eingeladen. Was für ein Wochenende! R., ihre Schwester und ihre Mutter haben mich ganz nett in ihr Zuhause aufgenommen und waren tolle Gastgeber. Es gab Fotos, (deutsches) Fernsehen, Geschenke, Truthahn und Sauerkohl (ich weiß nicht, wie das richtig heißt -- es ist wie Sauerkraut, nur nicht so fein geschnitten, und ich mochte es gar nicht, aber sagt R.s Mutter das nicht).

Insgesamt also wundertolle Weihnachten mit netten Menschen, viel Spaß und Abwechslung, interessanten Unterhaltungen, vielen neuen Erfahrungen und -- Geschenken!


(Ich glaube, es ist nicht alles drauf, entschuldigt.)

Ich wünsche euch allen ein frohes Fest gehabt zu haben und einen guten Rutsch ins neue Jahr (aber, wie immer, rutscht nicht aus)!

Kathi

Montag, 19. Dezember 2011

Noch 5 Tage bis Weihnachten!

Nur noch 5 Tage bis Weihnachten! Ich freu mich.

Am Freitag kommen zwei deutsche Freiwillige aus der Türkei nach Sofia, wir zeigen ihnen die Stadt und dann feiere ich Weihnachten mit ihnen. In Bulgarien ist das Abendessen am 24. Dezember vegan und es muss eine ungerade Anzahl an Speisen geben. Typisch sind z. B. gefüllte Paprika, Pide und Баница mit kleinen Zetteln, auf denen gute Wünsche für das nächste Jahr stehen. Weder die beiden Mädels noch ich kennen uns mit den Bräuchen aus, aber zum Glück haben wir K., einen echten Bulgaren, der mit uns feiert. (Liebe bulgarische Leser, bitte korrigiert mich, wenn ich was Falsches geschrieben habe.)

Letzte Woche habe ich mich für ein Medizinstudium beworben, jede Menge Geschenke nach Deutschland geschickt (bzw. durch meine Chefin I. überbringen lassen), und dafür jede Menge Geschenke aus Deutschland bekommen. Außerdem war am Dienstag das Konzert "meines" Chores - leider ohne mich, weil sie kein Kleid für mich haben.

Und am Wochenende war Arbeiten angesagt: Erst mal habe ich am Freitag jede Menge Kekse gebacken (dieses Rezept in vierfacher Ausführung), weil YFU Bulgarien am Samstag einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt hatte. Ich habe ihn von 11 bis 17 Uhr mit jeder Menge YFU-Austauschschülerinnen betreut (aus dem Entsendeprogramm nach Deutschland, USA, Finnland, und aus dem Aufnahmeprogramm aus Deutschland und Estland). Meine Kekse haben mehr Aufmerksamkeit bekommen als das Programm, aber mir hat's total Spaß gemacht und ich denke, wir haben wirklich ein paar Menschen erreicht. Ich bin mal gespannt, wie viele sich bis Bewerbungsschluss (23. Dezember) bewerben.

Viele Grüße und frohe Weihnachten!
Kathi

Montag, 12. Dezember 2011

The City of Guns'n'Roses

Wie gesagt hatten wir alle auf dem On-Arrival Training im November so viel Spaß zusammen, dass wir uns für ein weiteres Treffen im Dezember entschieden haben, genauer gesagt am 10. und 11. Dezember in Kazanlak. Weil auf dem Seminar auf mal das Thema Trampen aufkam, hat einer der Freiwilligen The Ultimate Sofia - Kazanlak Hitch-Hiking Challenge organisiert. An diesem Wochenende bin ich also zum ersten Mal in meinem Leben per Anhalter gefahren, und es war toll.

Die zehn Freiwilligen aus Sofia haben sich am Vormittag (ausgemacht war 10:30 Uhr, es wurde dann aber eher 11:30 Uhr... Künstler eben) an der Alexander-Nevski-Kathedrale getroffen und sich in Gruppen aufgeteilt; zu zehnt ist es etwas schwierig, ein Auto anzuhalten. Ich habe mich mit O., einem Freiwilligen aus der Türkei, der jetzt in einem Kulturzentrum in Kjustendil arbeitet, auf den Weg in den Osten der Stadt gemacht. Es hat etwa 45 Minuten gedauert, bis endlich ein Auto angehalten hat, aber es war ein sehr netter Mensch darin, R. Es stellte sich heraus, dass R. nicht so ganz in unsere Richtung unterwegs war, also hat er uns einfach mal 8 km zu der anderen Straße gefahren -- und dann noch mal 10 km zu dem nächsten Dorf, weil das eine bessere Stelle war. Er sagte, er sei auch mal per "avtostop" von Flensburg nach Kassel gefahren. Merke: Tramper müssen zusammenhalten!


Hitch-Hiking Like A Boss

In Dolno Kamartsi mussten wir gerade ein Mal eine Viertelstunde warten, bis ein älterer Herr, B., angehalten hat. Er kam aus Sofia und war unterwegs nach Karlovo (ca. 60 km vor Kazanlak) zu einer Geburtstagsfeier und hat sich unterwegs mit uns über die aktuelle Europapolitik unterhalten und uns angeboten, uns am nächsten Tag wieder mit zurückzunehmen. Toll, was man so für Leute trifft! In Karlovo hat er uns an einer Tankstelle abgesetzt...


Die Berge vor Karlovo und unsere Schatten

... und uns dort auch gleich eine Mitfahrgelegenheit nach Kazanlak verschafft: Ein Pärchen war gerade am Tanken und er hat sie gefragt, wie weit es ist, woraufhin sie gleich gesagt haben, wir könnten mitkommen. In Kazanlak gibt es am Ortseingang einen Kaufland, wo wir unsere Reise kurz für eine "Grillwurst" unterbrachen:



Sagt O.s Gott nicht, dass er ein unreines Tier gegessen hat


Nun mussten wir auch noch zu der Wohnung der beiden Freiwilligen kommen, die uns eingeladen hatten. Praktischerweise lag die am anderen Ende der Stadt. Wir beschlossen, erst mal herauszufinden, wie weit es denn genau war, und dann ein Taxi oder den Bus zu nehmen oder auch zu laufen. Der Mann, den wir fragten, sagte, er sei auch gerade dorthin unterwegs und er könne uns mitnehmen...

"Wir sind die allergrößten Glücksschweine der Welt, weißt du das?" (Titanic)

So kamen wir also von Sofia nach Kazanlak für gerade ein Mal einen Lev für O. und 80 Stotinki für mich (ich habe ein Zehnerticket für die Straßenbahn).

Auf der Feier wurde dann ordentlich gegessen, getrunken, getanzt, wie man das eben so macht.


Alle mit der Hand im Gesicht

Außerdem haben wir natürlich die Wichtelgeschenke verteilt. Jeder bekam ein Päckchen von seinem Geheimwichtel und eine Umarmung vom Weihnachtsmann.

B. konnte uns am nächsten Tag leider nicht mehr mitnehmen, weil wir zu lange geschlafen haben... aber so konnten wir viele andere tolle Menschen treffen! Eine Freundin von O. aus Kjustendil ist auch mitgekommen. Erst hatten wir drei Autos direkt nacheinander, die uns insgesamt nur so 40 km weit gefahren haben...


In Dunavtsi nach Auto Nr. 2

... aber dann hat uns ein Sofioter in einem roten Mazda, D., den ganzen Weg zurück gefahren.


Kalofer, wo wir D. getroffen haben

Es gab aber noch einen kleinen Umweg durch den Trojan-Pass. Wir sind mitten durch die Berge gefahren; es war einfach unglaublich. Den ganzen Tag hatten wir über die Landschaft und die Natur gesprochen, und dann waren wir auf einmal mittendrin!


Schöne Panorama-Fotos gibt es leider nicht, aber glaubt mir, es war wahnsinnig


Gegen 19 Uhr waren wir dann wieder in Sofia, D. hat mich vor dem Serdika-Center abgesetzt und es waren dann nur noch fünf Minuten Fußweg bis nach Hause.

Was ich aus dem Wochenende mitnehme?

1. Per Anhalter fahren ist toll und ich muss es definitiv noch mal machen.
2. Bulgarien ist ein wunderschönes Land.
3. Es ist nötig, Wechselkleidung zu einer Party mit Übernachtung zu nehmen, weil das sonst auch niemand tut.
4. Bulgaren sind wunderbar hilfsbereit und gastfreundlich.
5. Die Welt ist bunt!

Eure Kathi

Montag, 5. Dezember 2011

Es weihnachtet... ein wenig

Obwohl es sich noch nicht so anfühlt, ist bald Weihnachten, und auch in Bulgarien bereiten sich die Menschen darauf vor: Es gibt weihnachtliche Süßigkeiten (allesamt deutsche Importe...) und Weihnachtsbaumkugeln in den Supermärkten, die Straßenlaternen sind mit Lametta umwickelt, und im Park steht ein riesiger beleuchteter Metalltannenbaum. Und kaum zu glauben, aber wahr: In Sofia gibt es tatsächlich einen deutschen Weihnachtsmarkt. Nach der ersten Begutachtung muss ich aber feststellen, dass er sich kaum mit den "richtigen" deutschen Weihnachtsmärkten messen kann. Ich meine, okay, es gibt Glühwein und Bratwurst und Weihnachtsdekoration, aber es ist eine stark vereinfachte Version eines Weihnachtsmarktes. Es gibt keine Schmalzkuchen, soweit ich das bisher gesehen habe (und jetzt alle: aaarme Kathi!) und die Buden sehen alle gleich aus.

Ich selbst habe auch schon ein paar Geschenke gekauft (meine Chefin fährt am Donnerstag nach Deutschland, um ihre Eltern zu besuchen, und nimmt meine Sachen mit), ansonsten aber noch nichts vorbereitet. Meine Mitbewohnerin hat einen Teelichthalter aufgestellt, aber ansonsten ist die Wohnung undekoriert und ich bin, ehrlich gesagt, ein bisschen zu geizig, um großartig Dekokram zu kaufen.

Wie auch immer! Mein Bulgarisch wird so langsam wirklich gut! Eine Freundin von mir, die ich über NaNoWriMo kennen gelernt habe, spricht inzwischen nur noch Bulgarisch mit mir, und das ist total hilfreich. Eine normale Unterhaltung kann ich immer noch nicht führen, höchstens, wenn ihr seeehr langsam sprecht und einfache Wörter verwendet. Aber es läuft.

Auf der Arbeit machen wir zur Zeit viele Präsentationen an Schulen, um unser Programm vorzustellen. Diese Woche war ich schon an Schulen in Sofia, Plovdiv und Varna; am Mittwoch fahren wir nach Pazardzhik. Viel von den Städten sehe ich dann zwar nicht wirklich, aber dazu habe ich ja noch Zeit. Im März fahren wir wieder nach Varna, und im Sommer möchte ich auch noch mal hin - schließlich bezahlen andere Deutsche viel Geld dafür, und ich kann's praktisch für umsonst haben (wenn ich per Anhalter fahre und bei anderen Freiwilligen wohne).


Varna bei Nacht (bzw. um 17 Uhr)

Apropos andere Freiwillige: Am Samstag treffen wir alle (d. h. die EVSler vom Seminar im November) uns in Kazanlak und wichteln! Das wird toll, ich freue mich schon drauf.

Viele Grüße und bis zum nächsten Mal,
Kathi

Montag, 28. November 2011

Du weißt, dass du in Bulgarien lebst, wenn...

  • es in Ordnung ist, in zweiter Reihe zu parken, solange man die Warnblinkanlage an hat
  • ein Kopfschütteln „ja“ bedeutet und ein Nicken „nein“
  • die Preise für Lebensmittel im Supermarkt stärker schwanken als die Benzinpreise
  • es im Fernsehen saisonal angepasste Werbung gibt (d. h. im November sind 75 % der Werbespots für Medikamente gegen Grippe oder Erkältung)
  • auf praktisch allen Lebensmittel Sirene (ein fetaähnlicher Käse) ist
  • alle braunen Augen haben und niemand naturblonde Haare
  • die Bürgersteige teilweise so kaputt sind, dass du um deine Knöchel fürchtest...
  • und trotzdem alle Frauen zwischen 14 und 84 mit hochhackigen Stilettos unterwegs sind
  • und die Stadt sich anscheinend trotzdem Rot-Countdowns an vielen Ampeln leisten kann
  • Schüler in ihrer Freizeit lieber Koreanisch lernen, als Fußball zu spielen
  • unter jedem parkenden Auto eine Straßenkatze und hinter jeder Mülltonne ein Straßenhund hockt...
  • aber alle Hunde, die einen Besitzer haben, 5 kg oder weniger wiegen und ab Oktober süße Strickjäckchen tragen
  • alle Hotels drei Gänge servieren, von denen jeder so reichlich ist wie eine ganze normale Mahlzeit – und das zwei Mal am Tag
  • es Konzerte für umsonst und Klavierunterricht für umgerechnet 3 € die Stunde gibt
  • alle furchtbar stolz auf ihre Geschichte sind



    Was ist typisch für eure (Gast-)Länder?

    Kathi

Montag, 21. November 2011

Virtueller Wohnungsrundgang

Weil ein Bild ja bekanntlich mehr sagt als tausend Worte (und ich zu faul zum Schreiben bin), liefere ich euch hier einen virtuellen Rundgang durch meine Sofioter Wohnung. Viel Spaß!


Die Küche...


... vom Wohnzimmer aus.


Der Kamin.


Die linke Seite des Wohnzimmers...


... und der Rest.

Das Bad.




Mein Zimmer, vom Bett aus fotografiert...


... und noch mal um ein paar Grad gedreht.


Das Bett selbst.


Und als amüsanter Abschluss: Um ein paar Dinge für die Wohnung zu kaufen, war ich mit kulturweitlerin T. aus Dresden beim IKEA (der hat hier im September aufgemacht, der erste in Bulgarien überhaupt). Auf diesem Foto seht ihr die typischen IKEA-Plakate und darunter einen typisch bulgarischen Straßenhund. Die Welt ist bunt!

Alles Liebe,
Kathi

Montag, 14. November 2011

Und noch ein weiteres Seminar

Inzwischen ist auch meine Mitbewohnerin in die neue Wohnung eingezogen und es sieht jetzt schon ein bisschen mehr aus, als würden dort Menschen leben. Es gibt eine Karte von Bulgarien an der Wand, Teelichter, eine Blume... Fotos folgen.

Übrigens möchte ich meinen interessierten Lesern danken, und mich gleichzeitig entschuldigen, dass ich nicht so regelmäßig poste, wie ich sollte. Auf meiner Statistikseite sehe ich immer, wer so meinen Blog anklickt und aus welchem Land und von welchem Medium aus (ja, Google und Datenschutz). Menschen aus den verschiedensten Ländern lesen meinen Blog, oder klicken zumindest die Seite an. (Kann mir jemand sagen, wo genau Oman ist und wer von euch sich gerade dort aufhält?) Das finde ich total spannend und schön, zu sehen. Wenn ihr mir Feedback gebt und mir sagt, worüber ihr euch mehr Informationen wünscht, kann ich den Blog noch weiter verbessern. Ich werde mir Mühe geben.

Am Wochenende - bzw. seit Donnerstag früh - war ich auf dem On-Arrival Training. Inhaltlich hat es mir persönlich nicht sooo viel gebracht, aber ich habe 22 wunderbare Menschen aus ganz Europa kennen gelernt. Das war wirklich toll. Wir haben auch schon geplant, uns am 10. Dezember in Kazanlak wieder zu treffen.

Hier ein paar Fotos (alle von der Rallye durch Sofia und der anschließenden Abendveranstaltung):


Alexander-Nevski-Kathedrale


"The Egg of Happiness" (Angeblich kann man es bei Facebook anfreunden, aber ich hab es noch nicht gefunden.)


Der Büchermarkt auf dem Slaveykov-Platz


Alle wieder vereint in der Bar "Before & After"


Und im Restaurant "Весело Село" (Glückliches Dorf)




Kein guter Tag, um Vegetarier zu sein...


Eine typische Französin! (Links: Ein typischer Deutscher.)

Mehr findet ihr bei Facebook.

Leider habe ich in der Zeit nicht wirklich auf dem Klavier üben oder etwas für Colored Glasses tun können. Am Mittwoch ist nämlich mein erster Workshop geplant, an der Amerikanischen Universität in Blagoevgrad. Ich bin gespannt, wie es so wird.

Mehr Infos folgen nächste Woche! (Versprochen.)

Viele liebe Grüße,
Kathi

Montag, 7. November 2011

Umzüge: 3/3

Am Samstag bin ich wieder mal umgezogen, hoffentlich zum letzten Mal. Es kann sein, dass ich mich wiederhole, aber: Meine Wohnung ist so toll! Es gibt eine Klimaanlage, die wir auch zum Heizen benutzen, eine Küche mit zwei Kochplatten, einem Kühlschrank und Schränken, die zu hoch für mich hängen und hübsche Holzmöbel und -türen! Was es leider nicht gibt: Besteck, Handtücher, Bettwäsche, einen Wäscheständer, Internet... und es sieht auch im Moment eher noch nach Ferienwohnung aus, ziemlich unpersönlich. Aber morgen kommt meine Mitbewohnerin (sie hatte am Wochenende noch Prüfungen) und dann können wir ja zusammen ein bisschen shoppen gehen.

Inzwischen plane ich meinen ersten Colored-Glasses-Workshop, bin einem Chor beigetreten und spiele weiter fleißig Klavier. Das Leben ist schön. Leider hat der Tag aber nur 24 Stunden... ich muss also entweder weniger schlafen oder mein Zeitmanagement verbessern. Langweilig wird es mir jedenfalls nicht.

Am Wochenende bin ich noch ein bisschen einkaufen gegangen, um grundlegende Dinge für die Wohnung zu besorgen. Mein Viertel ist echt super, was das angeht. Es gibt ganz viele kleine Geschäfte, Cafés, Restaurants usw. Die Verkäufer dort können natürlich alle nur Bulgarisch, sodass ich mit einem Wörterbuch bewaffnet versucht habe, mich ihnen irgendwie verständlich zu machen - und das sogar erfolgreich. Die dachten sich wahrscheinlich, "Was für eine verrückte Russin" (für die sind alle jungen, blonden Frauen Russinnen, und angeblich habe ich ja einen russischen Akzent). Aber was soll's, so lern ich ja. Beim Chor ist es das Gleiche: Die Worte für "Stimme", "Notensystem" und "gähnen" kenne ich jetzt. Am 13. Dezember ist das Konzert, also falls jemand von euch vorbei kommen möchte...

Übrigens hat die IngDiba gerade eine Aktion, bei der man für seinen Verein abstimmen kann und die beliebtesten Vereine bekommen je 1 000 € gespendet. Nehmt euch doch mal ein paar Minuten Zeit für YFU und klickt hier, damit wir weiter unter den ersten 1000 bleiben. Besser als die Rettungshundestaffel Lippe-Ems e. V. (z. Z. Platz 2) und der SG Schwanebeck 98 e. V. (Platz 6) sind wir doch allemal, oder?

Zum Abschluss ein Bild eines malerischen kleinen Flüßchens in Sofia:



Montag, 31. Oktober 2011

Ein Seminar und eine Wohnung!

Wie euch vielleicht aufgefallen ist, habe ich letzte Woche nichts geschrieben. Aber no news is good news, im Osten nichts Neues, usw. Viel Aufregendes ist wirklich nicht passiert.

Dafür aber diese Woche! Am Wochenende hatten wir die Colored-Glasses-Schulung und die musste ich vorbereiten, d. h. vor allem viele E-Mails schreiben. Am Freitag ging's dann los nach Stara Zagora und dann nach Starazagorski Mineralni Bani, einem Mini-Ort mit Thermalquelle, viel Wald und Hotels, aber nur zwei winzigen Läden. Wir waren ja sowieso nicht zum Spaß da, sondern zum Lernen: Wie teame ich einen Workshop und worum geht's da eigentlich genau? Die Teilnehmer waren in diesem Jahr sehr jung, zwei Drittel waren 16 bzw. 17. Ich habe mich richtig alt gefühlt... wie ungewohnt. Es war aber richtig schön, zu sehen, wie der YFU-Spirit auch in einem bulgarischen Hotel mit Nichtaustauschschülern genau so gut aufkommen kann wie bei einer VBT in Lauenburg: Wir haben Werwolf gespielt, gesungen und jede Menge gegessen. Energizer und gruppendynamische Übungen gab's natürlich auch. Einfach klasse.

Und jetzt zu meiner Wohnung! Ich habe jetzt eine!! Sie ist in der ul. Rusalka (ihr könnt ja mal bei Google Maps schauen) und die genaue Adresse weiß ich am Mittwoch, wenn wir den Vertrag unterzeichnen. Meine Mitbewohnerin M. (schon wieder M.) ist Bulgarin, kann aber Englisch und Französisch. Sie hat International Relations studiert und arbeitet jetzt für ein Jahr bei einer Firma in Sofia, bevor sie zum Aufbaustudium nach Frankreich geht. Die Wohnung ist im Parterre, hat eine Terrasse und einen "Garten" (mit Sperrmüll statt Pflanzen, aber was soll's). Es gibt ein Wohnzimmer mit Fernseher, Klimaanlage und Kamin, ein Bad mit Wanne (!) und zwei süße kleine Schlafzimmer mit Einbauschrank und Leoparden- bzw. Disney-Muster auf den Matratzen. Es gibt Platz für mein Digitalpiano und schöne weiße Wände zum Dekorieren. Ich werde dann wohl im Laufe der Woche oder spätestens am Wochenende umziehen. Ich freu mich so darauf! Die Wohnung ist superschön!

So viel also zu mir... bis nächste Woche und до скоро!
Kathi

Montag, 17. Oktober 2011

Die Dinge kommen so langsam in Gang...

Kaum zu glauben, dass ich schon fast genau einen Monat hier bin und die Dinge gerade so anfangen, ins Rollen zu kommen.

Beispiel Sprachkurs: Seit Wochen versuchen wir, alle Freiwilligen in Sofia zusammen zu kriegen, um den Sprachkurs machen zu können. Jetzt haben sich endlich drei von vier getroffen und heute war unsere erste Stunde. Wir werden insgesamt 100 Unterrichtseinheiten à 40 Minuten haben und davon 9 pro Woche. Bis Weihnachten sollten wir dann damit fertig sein. Heute haben wir nur über das Alphabet und die Aussprache geredet, aber mal sehen, was noch so kommt -- unser Lehrer sagte, der Unterricht würde sehr praxisorientiert werden.

Im Moment kommt es mir aber sowieso vor, als würde ich sprachlich einen "Wachstumsschub" haben. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass ich jetzt bei I. und ihrem Mann wohne und dort viel Bulgarisch höre, z. B. auch in den Nachrichten. Gestern haben wir I.s Schwiegereltern und Schwägerin besucht und dort habe ich auch ziemlich viel verstanden, als sie sich unterhalten haben. Ziemlich cool!

Auf der Arbeit rekrutieren wir gerade Teamer, die in diesem Schuljahr die Colored-Glasses-Workshops durchführen. Bisher haben sich schon 16 verbindlich angemeldet (das ist viel!). In zwei Wochen ist unsere Schulung und ich freue mich schon sehr drauf, die zukünftigen Teamer kennenzulernen und die Workshops mit ihnen durchzugehen. Das Seminar wird auch auf Deutsch sein, d. h. diesmal verstehe ich sogar was.

Ansonsten war die letzte Woche ziemlich normal. Dienstag hatte ich frei und hab mich abends mit den anderen Freiwilligen getroffen, Donnerstag war Klavierunterricht und ein YFU-Volunteer-Evening zum Thema ÖA, und Freitag dann noch mal so ein Abend. Am Wochenende habe ich vor allem gefroren. (Heute Morgen waren es 2 °C, ist das zu glauben?!)

Fröstelnde Grüße aus Sofia,
Kathi

Dienstag, 11. Oktober 2011

Bisherige Umzüge: 2. Noch zu bewältigende Umzüge: ???


Liebe Mitleserinnen und Mitleser,


ich schreibe dies vom Bett von einer der Töchter von I. aus. Zur Zeit wohne ich nämlich bei I. und ihrem Mann D., weil ich immer noch keine Gastfamilie habe, E. aber schon wieder in Bulgarien und in ihrer Wohnung ist. Vielleicht ziehe ich doch in eine WG. Das wäre zwar kulturmäßig nicht so sinnvoll wie eine Gastfamilie, aber immerhin etwas Dauerhaftes.


Am Freitag bin ich also nach der Arbeit mit der Straßenbahn und einem Rucksack fürs Wochenende zu I. nach Hause gefahren. E. kam zwar erst gestern Abend an, aber am Freitag war bei uns der Kammerjäger und hat überall Chemikalien gegen Bettwanzen versprüht und da wollte ich dann nicht so gern schlafen. Meine Mitbewohnerin und ihr Freund waren deshalb das Wochenende über in Melnik. Am Abend sind D. und ich mit seinem kleinen Skoda Fabia zurück zur Wohnung gefahren, haben mein Digitalpiano eingepackt, den Ständer zusammengeklappt, alle meine Sachen in den Koffer geschmissen und alles (!) ins Auto gepackt. Erstaunlich, was alles in einen Kleinwagen passt, wenn man die Rückbank etwas nach vorne kippt...

Bei I. und D. habe ich mich dann gleich häuslich eingerichtet. Es kann wohl etwas dauern, bis ich eine neue Bleibe finde... aber wenn nicht, nimmt es auch nicht zu viel Zeit in Anspruch, alles aus dem Schrank und vom Schreibtisch wieder in den Koffer zu packen. Hier habe ich ein Zimmer im Souterrain, das eigentlich I.s jüngerer Tochter gehört, die gerade in Schottland Archäologie studiert. Es ist nicht luxuriös, aber es hat ein eigenes WC und Waschbecken, eine Bücherwand und - was das Wichtigste ist - es gibt hier eine Katze!


Hier schaut sie etwas genervt drein


Ansonsten ist diese Woche nicht viel Interessantes passiert. Okay, ich war bei einer Kulturmittlerkonferenz und einem Empfang in der Deutschen Botschaft in Sofia, und dann noch bei einer Infoveranstaltung und noch einem Empfang in Plovdiv, aber ansonsten...


Okay, ich erzähl's euch. Am Mittwoch waren I. als Geschäftsführerin von YFU Bulgarien und ich als Europäische Freiwilligendienstlerin zu einer Kulturmittlerkonferenz eingeladen. Viele Menschen an einem Tisch, Gebäck und gefüllte Croissants und Orangensaft, Diskussionen über das bulgarische Bildungssystem und wie interessant Bulgarien in Deutschland wirkt. Wir konnten ordentlich Werbung für Colored Glasses machen - inzwischen sind es schon 10 feste Teamer und drei unentschlossene, ein Rekord für dieses Stadium der Teamersuche. Um 19 Uhr dann der Empfang. Es gab gutes deutsches Essen (Kartoffelsalat, Spätzle, Bockwürstchen, Brezeln...) und viele schick gekleidete Menschen, die ich nicht kannte. Deshalb war es für meine Mitbewohnerin, ihren Freund und mich nicht so interessant da und wir sind nach knapp zwei Stunden schon gegangen.


Am nächsten Tag hatte I. um 14 Uhr eine Infoveranstaltung über das Studieren in Deutschland. Mich hat sie mitgenommen, um für "Nach dem Abi ein Jahr lang was anderes machen" im Allgemeinen und für den Europäischen Freiwilligendienst im Besonderen zu werben. Außerdem haben wir wieder mal Colored-Glasses-Werbung gemacht. Abends stand dann noch ein Empfang an, wieder mal zum Anlass des Tags der Deutschen Einheit (und das war am 6. Oktober... na ja). Noch besseres Essen und sogar Leute, mit denen ich mich unterhalten konnte. Zitate des Abends: "Sie sehen aber jung aus... wie 14 oder 15" und "Verlieben Sie sich bloß nicht, dann kommen Sie hier nie wieder weg." Danke für den Tipp.


Und heute hat meine Mitbewohnerin M. Geburtstag und hat mich zum Abendessen eingeladen (Schopska Salata, Auflauf, Baklava). Danach nach Hause zu kommen, war auch ein Abenteuer... eigentlich sollen die Straßenbahnen hier bis 23:30 Uhr fahren, aber ich stand um 23 Uhr an der Haltestellen und es kamen alle Straßenbahnen in alle Richtungen - nur nicht die 22 nach Osten. Schließlich habe ich ein Taxi genommen (~ 2 €) und war schließlich um 24 Uhr zu Hause. Na ja, morgen habe ich frei, da kann ich ja dann ausschlafen.


Лека нощ!
Kathi

Montag, 3. Oktober 2011

Bettwanzen, Klavierstunden und keine Gastfamilie

Hallo ihr "in jeder Hinsicht Zurückgebliebenen" *,

eine weitere Woche in Bulgarien ist vergangen und wieder mal gibt es einiges zu berichten.

Erst mal eine schlechte Nachricht: Am Wochenende muss ich ja bekannterweise aus dieser Wohnung ausziehen, weil E. aus Deutschland wiederkommt und ihr Bett wieder haben will. Dann soll ich bei einer Gastfamilie wohnen... leider habe ich aber noch keine Ahnung, wer das sein wird. Letzte Woche hatte I. eine Interessentin; deren Mann ist jetzt aber anscheinend dagegen und somit stehen wir wieder ganz am Anfang. Allerdings gibt es in Botewgrad wohl eine recht große YFU-Community (ähnlich wie in Michigan in den USA) und da versucht I. jetzt, eine Familie zu finden. Die Stadt liegt zwar 60 km von Sofia entfernt, aber es pendeln viele Leute jeden Tag dorthin, dann sollte das für mich ja auch kein Problem sein. Es ist immer noch besser als gar keine Familie, finde ich.

Andererseits gibt es eine sehr gute Nachricht: Ich nehme jetzt Klavierstunden! Überall in Bulgarien gibt es sog. читалища, die u. a. die Funktion eines Gemeindezentrums, einer Volkshochschule und eines Kinos erfüllen können. In einer solchen Einrichtung habe ich jetzt jeden Donnerstag 45 Minuten Einzelunterricht am Klavier. Letzte Woche war meine erste Stunde und es ist einfach toll. Die Lehrerin und ich haben zwar leichte Verständigungsprobleme - ich kann fast kein Bulgarisch und sie nur unwesentlich mehr Deutsch - , aber es klappt und heute durfte ich schon zweihändig spielen (wir haben die Stunde vorgezogen, weil ich am Donnerstag in arbeitsbedingt in Plovdiv bin). Und heute Abend habe ich mir ein echtes Digitalpiano gekauft. Es ist zwar nicht das Feinste vom Feinsten, aber inkl. Ständer hat es umgerechnet nur 608,47 € gekostet und zum Üben für das eine Jahr sollte es reichen.

So sieht es aus 

Mit meinem Bulgarisch geht's auch voran: Wenn ich auf der Arbeit nicht besseres zu tun habe, lerne ich mit meinem PONS-Sprachkurs und einem alten Bulgarischbuch aus Zeiten des Kommunismus, in dem sich alle mit "Genosse" und "Genossin" ansprechen. Ziemlich amüsant... Die Grammatik wird dadurch aber leider auch nicht einfacher. Diese ganzen Wortanhängsel machen mich noch verrückt! Aber mein Alltagsbulgarisch wird dafür schon von allein besser; ich kann z. B. in einem Laden etwas kaufen oder in einem Restaurant etwas bestellen (wenn dann die Frage "Für hier oder zum mitnehmen?" kommt, bin ich allerdings überfordert).

Auch wenn ich noch nicht richtig Bulgarisch kann, knüpfe ich Kontakte: Am Donnerstag war ich zum Beispiel bei einem "Stammtisch". Der findet wöchentlich an verschiedenen Orten in Sofia statt und es sind alle eingeladen, die gerne Deutsch sprechen - deutsche Geschäftsleute, Bulgaren, die in Deutschland studiert haben, Freiwillige wie ich... da habe ich jede Menge Infos bekommen, z. B. dass hier jeden Sonntag eine zweistündige Fahrradtour durch Sofia für alle Interessierten statt findet, oder dass engagierte Studenten zwei Mal täglich kostenlose englischsprachige Stadtführungen anbieten... wow! Beides habe ich zwar noch nicht gemacht, habe es aber auf jeden Fall noch vor.

Zu tun gibt es aber auch sonst reichlich: Morgen gehe ich zu einer Kulturmittlerkonferenz bei der Deutschen Botschaft und dann abends zu einem Empfang anlässlich des Tags der Deutschen Einheit. Das Essen soll sehr gut sein... ich bin gespannt.

Am Sonntag habe ich mit W., einer kulturweitlerin aus Berlin, die Innenstadt von Sofia erkundet, bzw. sie mir zeigen lassen. Jetzt kenne ich mich schon mal deutlich besser in Sofia aus. Wir waren u. a. in den Zentralen Markthallen, auf dem Witoscha-Boulevard, einer ziemlich großen Einkaufsstraße, und in zwei Second-Hand-Läden. Mein Koffer wäre jetzt schon mal deutlich schwerer...


So sehen die Zentralen Markthallen aus 

Was die Läden angeht, ist es hier schon ziemlich anders. Bei uns gibt es ja vor allem Ketten - nicht nur bei den Supermärkten, sondern auch bei Buchhandlungen, Schnellrestaurants und Baumärkten. Hier sind die meisten Geschäfte "Einzelgänger", obwohl es natürlich auch McDonald's, IKEA, Starbucks, dm und sogar Praktiker gibt. Manche Läden sind im Souterrain eines Wohnhauses untergebracht und wenn man etwas kaufen will, kniet man sich vor das kleine Fenster. Die nennen sich "Kleck-Läden", vom bulgarischen Wort für "sich hinhocken".

Apropos Dinge, die in Bulgarien anders sind: Bettwanzen. Okay, vielleicht ist das auch keine bulgarische Sache (von meinen Kollegen hatte das noch keiner), aber im Bett meiner Mitbewohnerin leben jedenfalls welche. Sie ist ganz zerstochen, und man kann die Tierchen sogar sehen... iih! jetzt versucht sie, eine Firma zu erreichen, die sich darum kümmert, aber so einfach scheint das gar nicht zu sein. Ich selbst habe auch ein paar Stiche, aber unter meiner Matratze konnten wir keine Wanzen finden. Vielleicht sind es auch Mücken.

Was für ein Schlusswort für diesen Beitrag! Sonst fällt mir nämlich gerade nichts mehr ein, mehr gibt's dann nächste Woche von mir. 

До скоро!
Kathi

* © Ulrich Zahlten, Mitbegründer und Ehrenvorsitzender von YFU Deutschland. Er zieht sich jetzt aus dem YFU-Leben zurück, wie ich heute gehört habe... Immerhin ist er schon 75 oder so.

Montag, 26. September 2011

1 Wochenende, 9 Schüler, 5 Teamer und viele neue Wörter

So war die NBT in Samokov, bei der ich dieses Wochenende war.

Aber erst mal erzähle ich euch von meiner ersten Woche in София. Eigentlich habe ich schon eine richtige Routine entwickelt: Aufstehen, Morgentoilette, Frühstück, zur Arbeit gehen. Drei Stunden lang das deutsche Colored-Glasses-Konzept ins Englische übersetzen, Mittagessen, drei Stunden lang weiter übersetzen. Nach Hause gehen. Chillen, lesen, im Internet surfen. Abendbrot essen. Abwaschen. Chillen. Duschen. Ins Bett gehen.

Klingt ziemlich lame, ist es auch, aber ich hoffe mal, dass ich ein bisschen mehr raus komme, wenn ich eine Gastfamilie habe. Natürlich kann ich jetzt auch draußen herumlaufen, und das mach ich auch oft (heute war ich z. B. bei dm und habe in einem Buchladen eine Bulgarien-Wandkarte gekauft), aber wirklich in Kontakt mit Leuten kommt man da ja auch nicht. Obwohl ich das vielleicht mal ausprobieren sollte... einfach auf Menschen auf der Straße zugehen und sagen: "Will you be my friiiend?"

Am Donnerstag hätte ich dazu genügend Gelegenheiten gehabt, da war nämlich der Unabhängigkeitstag Bulgariens (so was wie der 4. Juli in den USA, nur dass man hier anscheinend einfach zu Hause bleibt und fernsieht, statt mit Raketen zu schießen und sich vollzufressen) und daher hatte ich frei. Nachmittags habe ich also einen Stadtrundgang durch Sofia gemacht und habe sehr viele Eindrücke gewonnen (Fotos gibt es übrigens bei Facebook). Schockiert haben mich die Menschen, die in Mülleimern nach verwertbaren Sachen gesucht haben, und die traurigen Augen der Straßenkatzen haben mich sehr berührt... aber Sofia hat auch viele schöne Seiten. Die Parks, die historischen Gebäude und Kirchen, die Statuen und das schöne Wetter, das ich hier bisher bis auf einen Tag ununterbrochen hatte, machen mir die Stadt ziemlich sympathisch, trotz der Armut.

Eine typische Sofioter Nebenstraßenecke

Am Freitag ging's dann um 13 Uhr mit dem Autobus nach Samokov (ca. 90 Minuten Fahrt). Sehr cool, mit so einem bin ich noch nie gefahren... es war wie ein kleiner Lieferwagen, nur mit Sitzen -- so für vielleicht 16 Personen.

Die NBT an sich war wohl ziemlich wie eine deutsche -- denke ich zumindest, denn ich hab kein Wort verstanden. Aber die anderen Teamer haben mir das ja immer ganz toll erklärt. Ich war für die Energizer zuständig; wir haben "Big Fat Pony" und "Wo ist Horst?" (bzw. die bulgarische Version, die ich schnell am Frühstückstisch mit Hilfe von P. "Къде е Спиро?" betitelt habe) gespielt. Apropos P. -- oben findet ihr einen Link zu einer Seite, auf der ich alle Anfangsbuchstaben erkläre, "Die handelnden Personen".


Wie bei jeder richtigen YFU-Tagung gehörte ein Berg Süßigkeiten im Teamerzimmer dazu

Nachdem ich ja die ganze Woche in der WG mit meiner deutschen Mitbewohnerin M. gelebt hatte und "richtigen" Bulgaren nur beim Einkaufen begegnet war, war das Wochenende in einem bulgarischen Hotel mit bulgarischen Schülern und einem bulgarischen Team eine ziemliche Umstellung für mich. Die ganze Zeit Menschen zuzuhören, die eine unbekannte Sprache sprechen, ist ziemlich anstrengend. Es ist, als würde mein Gehirn versuchen, eine Übersetzung à la Google Translator zu generieren und es würde jedes Mal nur "Leider befindet sich Ihre gewählte Sprache nicht in unserer Datenbank; wir arbeiten daran, das Problem zu beheben." als Ergebnis kommen. Und das den ganzen Tag... da wird man schnell müde.

Außerdem: Die Mahlzeiten! Hier scheint es normal zu sein, zum Mittag- und zum Abendessen eine Vorspeise (Salat oder Suppe), ein Hauptgericht und ein (sehr süßes) Dessert zu servieren. Wow. Warum sind dann nur alle Bulgaren so dünn? Vielleicht ist das aber auch eine Hotel-Sache, keine Ahnung.

Ein paar neue Wörter habe ich allerdings gelernt und auch aus dem Gerede herausgehört war -- simple Phrasen wie "alles", "hier", "Zeit" und "mögen", aber auch längere, YFU-spezifische Wörter ("Ausland", "Jahr", "Familie"). Trotzdem brauche ich unbedingt diesen Sprachkurs... aber lange dauert's ja nicht mehr.

Die Schüler bei der Abreise

So viel also zur NBT. Ansonsten gibt's nicht viel Neues... ach ja, in zwei Wochen gehe ich zu einer "Kulturmittlerkonferenz" und abends zu einem Empfang in der Deutschen Botschaft. Uii...


Das war's soweit von mir. Eine schöne Woche wünsche ich euch!
Кати

Sonntag, 18. September 2011

Je vais bien, ne vous en faites pas

Seit gestern bin ich also in Sofia und ja, mir geht es gut, und nein, ich bereue das alles nicht jetzt schon.

Gegen 19 Uhr hat mich I. also vom Bahnhof abgeholt und wir haben den schweren Koffer erst mal eine Treppe runter und dann eine andere wieder hoch getragen (die Rolltreppen waren außer Betrieb und Fahrstühle gibt es nicht). Auf der Fahrt kreuz und quer durch Sofia hat I. mir dann alles gezeigt und erklärt, was es so unterwegs zu sehen gibt. Ein paar Erkenntnisse von der Fahrt:
  1. Ich bin ja so froh, dass ich nicht in Bulgarien Auto fahren muss.
    1. "An Zebrastreifen halten wir an und lassen Fußgänger rüber" ist hier mehr eine Richtlinie und auch die Leute erwarten nicht, dass die Autos anhalten.
    2. Bürgersteige = Parkplätze und umgekehrt.
    3. Wenn selbst die Bürgersteige vollgeparkt sind, parkt man auch mal in zweiter oder dritter Reihe - kein Problem, wenn die Warnblinkanlage an ist.
  2. Es gibt hier Milka, dm und ab Dienstag sogar IKEA!
  3. In Bulgarien muss für Feiertage an anderen Tagen zusätzlich gearbeitet werden (Beispiel: nächsten Donnerstag ist ein Feiertag, dafür ist dieser Samstag ein Arbeitstag).
  4. Auch Städte haben Namenstage (bei Sofia zum Beispiel der 17. September) und dann gibt es ein Stadtfest.
An der Wohnung angekommen, mussten wir uns erst mit dem Schlüssel herumschlagen (reinstecken, zweieinhalb Millimeter herausziehen, drehen). I. hat's nicht geschafft, aber bei mir hat's beim ersten Versuch geklappt... Dann hieß es, den Koffer fünf Stockwerke hoch zu tragen (einen Fahrstuhl gibt es nicht).

Die Wohnung gehört eigentlich E., der EFDlerin letzten Jahres; die ist aber im Moment noch in Deutschland und hat ein Zimmer an M. untervermietet, die gerade ihr Studium "Deutsch als Fremdsprache" abgeschlossen hat und jetzt seit einer Woche hier ist, um an der TU Sofia Deutschunterricht zu geben. Das andere Zimmer, in dem ich jetzt wohne, gehört E., wenn sie da ist, aber sie kommt erst Ende des Monats wieder und bis dahin habe ich hoffentlich eine Gastfamilie.

Verglichen mit dem Zug ist die Wohnung totaler Luxus: Steckdosen, eine Dusche, warmes Wasser, ein riesiges Bett, ein Balkon... mal ehrlich, sie ist ziemlich schön. Und M. ist ziemlich nett. Als wir in die Wohnung kamen und einen Rundgang machten, war sie noch mit einem Bekannten auf dem Stadtfest. I. und ich haben dann erst mal einen Spaziergang zum YFU-Büro gemacht, uns das Büro angeguckt und meine neue SIM-Karte ins Handy einzusetzen versucht ("SIM-Karte ungültig"). Von da aus habe ich dann auch mal zu Hause angerufen, um zu sagen, dass ich noch lebe

Dann sind wir noch auf dieses Stadtfest gegangen, was irgendwie mehr ein Flohmarkt mit Musik und Feuerwerk war... da haben wir auch M. getroffen, I. ist nach Hause gegangen und ich bin mit M. und ihrem Bekannten R. mitgegangen. M. hat eine Salatschüssel aus Ton für 20 lewa gekauft und wir haben über Globalisierung und Outsourcing gesprochen (R. spricht fließend Deutsch).

Im Supermarkt habe ich Kekse, Wurst, Butter und Orangensaft gekauft (Brot hat I. mir zum Einstand geschenkt) und dabei festgestellt: Es gibt hier wirklich fast alles - Deutsche Markenbutter, Schoko-Röllchen, Milka... also keine Sorge, ich werde nicht an Schokoladenmangel sterben (eher nach Hause gerollt kommen).

Meine ersten bulgarischen Wörter habe ich an dem Abend auch gehört und teilweise sogar verstanden; immer nur ein paar Satzbrocken, aber immerhin. I. will mal bei der bulgarischen EFD-Nationalagentur nachfragen, ob hier noch andere Freiwillige sind, mit denen ich dann einen Kurs zusammen machen kann.

Heute, am Sonntag, habe ich erst mal ausgeschlafen und mache soweit nichts. M. bereitet ihren Unterricht vor; ich glaube, ich gehe nachher noch das schöne Wetter genießen und lege mich mit einem Buch in den Park. Am Montag geht die Arbeit los - irgendwann nach dem Aufstehen soll ich hingehen, das Zeitverständnis scheint hier sehr polichron zu sein. Am Wochenende ist hier schon eine NBT (bzw. die NBT) und da soll ich auch mitfahren. Ziemlich cool, was?

Leider habe ich jetzt keine Fotos mehr für euch (gestern habe ich meine Kamera nicht mehr gefunden und dachte schon, ich hätte sie im Zug liegen lassen), deshalb hier eins von Joseph Haydn mit Taube auf dem Kopf, das ich in Wien gemacht habe:

Samstag, 17. September 2011

Fünf Länder in 24 Stunden

Okay, vielleicht etwas mehr als 24 Stunden, aber fünf Länder waren es: Deutschland, Österreich, Ungarn, Serbien und Bulgarien. In einem davon bin ich aufgewachsen, in den anderen vier war ich noch nie.

Let's start at the beginning: Donnerstag, 15. September 2011, 11:15 Uhr. Meine Eltern und ich mit riesigem Koffer am Bahnhof in Hildesheim. Auf der Anzeige hinter dem ICE nach Stuttgart der Hinweis "Zug entfällt. Bitte RB nach Hannover nutzen." Der Mann im ServicePoint bestätigt: "Das schaffen Sie heute nicht mehr nach Wien." Also einen neuen Schlafplatz reserviert, Zugbindung aufgehoben, wieder nach Hause und das Ganze 22 Stunden später noch mal.

Freitag, 16. September 2011, 9:15 Uhr. Kein Zug fällt aus, es wird sich verabschiedet, ich steige in den ICE nach München, meine Eltern winken. Einen Platz gibt es bis Würzburg nicht, also lasse ich mir vor der Bordtoilette den sechsten Harry-Potter-Band von Rufus Beck vorlesen (kurz vor Passau war leider der Akku leer).

Unterwegs mache ich in jedem Bundesland ein Foto von einer zufälligen Fensteraussicht.

Niedersachsen

Hessen


Bayern

Zwei Stunden Aufenthalt in Wien. Ich laufe die Mariahilfer Straße entlang und treffe eine WWFlerin, deren Großeltern in Peine wohnen, das 20 Minuten von meinem Heimatort entfernt ist. Die Welt ist klein (und bunt!) Ich gebe 24,89 € von meinen letzten 25 Euro für ein USB-Aufladegerät, einen 1534 Seiten langen Stephen-King-Roman und ein Happy Meal aus und gehe zurück zum Westbahnhof.


Die nächste Überraschung: Der Zug D347 nach Bucuresti fährt laut Anzeige heute "ohne Kurswagen Sofia". F*** the what? Ich frage beim österreichischen Equivalent des ServicePoint nach und erhalte die wenig beruhigende Antwort: "Setzen S' sich mal rein, ich glaub', der wird in Budapest angekoppelt." Das wird mir dann am Gleis noch mal bestätigt. Doch ein wenig beruhigt, setze ich mich in Wagen 420 und lerne dort innerhalb der nächsten drei Stunden einen Polen kennen, der in Salzburg lebt und zu einem Kongress nach Budapest fährt sowie eine Ungarin, die nach drei Jahren Aufenthalt in Dänemark jetzt in Innsbruck studiert und ihre Familie in Győr besucht. Die Welt ist bunt!

In Budapest finde ich dann tatsächlich den Schlafwagen und gehe dann dort auch gleich schlafen. Reisen macht müde... vor allem, wenn man um zwei Uhr morgens in Subotica an der ungarisch-serbische Grenzen zwei Mal zur Passkontrolle geweckt wird. Die Schlafwagen (Liegewagen?) sind nicht ganz so komfortabel, wie ich sie mir vorgestellt hatte - es gibt weder Steckdosen noch Duschen noch Frühstück - , aber es ist auszuhalten.

Ich mache sowieso nicht viel: Nachts schlafe ich, tagsüber liege ich rum, lese 300 Seiten Stephen King und schaue mir Serbien an. Es gibt, ähnlich wie in Deutschland, Felder mit Bäumen dazwischen und ein paar Hügel, im östlicheren Teil aber auch höhere Berge, durch die wir teilweise hindurch fahren. Dann gibt es zwar wenig Licht, aber eine außergewöhnliche Aussicht, mit Abhängen direkt vor dem Fenster. Ich sehe auch ziemlich viele Häuser, die ein bisschen schäbig und heruntergekommen aussehen, aber auch einige neue mit Klimaanlage, oder solche, die gerade gebaut werden. Auf den Feldern wächst bzw. vertrocknet Mais.

Vertrocknete Felder: In Serbien hat es wohl länger nicht mehr geregnet, auch die Blätter an den Bäumen sind teilweise blass und gelb

Irgendein ziemlich cooler serbischer Berg

(Falls jemand wissen möchte, wie es in Ungarn aussieht: Dunkel.)

Um 17 Uhr kommen wir jedenfalls in Bulgarien an und stehen erst mal ewig an der Grenze bei Dimitrovgrad herum. Irgendwann geht es aber doch weiter, und ich mache noch schnell ein Foto von Bulgarien in der Abenddämmerung:


Letztendlich hat der Zug 63 Minuten Verspätung (17 Minuten weniger als am Bahnhof angesagt). Und da wartet auch schon I., um mich abzuholen...

Mehr dazu gibt es aber erst morgen, jetzt gehe ich erst mal schlafen.

Gute Nacht, ihr Lieben!

Mittwoch, 14. September 2011

Morgen... !

Gerade komme ich vom Ausreiseseminar von VIA e.V. in Göttingen zurück. Es war ziemlich interessant und sinnvoll, auch wenn ich viele Inhalte schon kannte (Prägung, Kulturinterpretation, Kulturschock...). Irgendwie habe ich nur nie jemanden gesehen, der richtig geflasht war und am Ende mancher Einheiten habe ich mich gefragt, "Okaaay... und was haben wir jetzt noch gleich gelernt?" Da hat dann das knackige Fazit gefehlt, fand ich.

Aber was soll's, ich habe viele neue Leute & Energizer kennengelernt (hi, Leute!) und freue mich um so mehr auf Bulgarien. In 15 Stunden geht's los... und am Freitag um 17:47 Uhr bin ich dann da, wenn alles glatt läuft.

Falls ihr nichts mehr von mir hört, bin ich wahrscheinlich nach einer unsterilen Organentnahme an einer Blutvergiftung gestorben. Oder ich habe kein Internet. Eins von beidem.

много поздрави!
Кати

Montag, 5. September 2011

Ich habe eine Unterkunft!

Heute kam eine neue E-Mail von I., meiner zukünftigen Chefin:
Wir haben noch keine Gastfamilie aber fuer eine Unterkunft nach deiner Ankunft ist gesorgt. Du kannst erstmal bei E. ( unserer letzten EVS) unterkommen, sie hat hier noch ihre Wohnung , ist aber bis Anfang Oktober noch in Deutschland. Dort wohnt zur Zeit auch M. , die jetzt fuer ein Jahr DAAD Sprachassistentin an der TU Sofia sein wird. Du waerst also nicht einsam . Kannst ja mal nachschauen, ob die Lage dir gefaellt. Ist in der Naehe der Adlerbruecke [...].
Und hier werde ich wohnen:


Schreibt mir eine E-Mail oder Facebooknachricht, wenn ihr meine Adresse wollt.

Montag, 29. August 2011

Bald geht es wirklich los

Kaum zu glauben... nachdem ich ein halbes Jahr gewartet habe, geht es in zweieinhalb Wochen wirklich los.

Im Bulgarisch lernen mache ich weiter Fortschritte:


Und sogar die Fahrkarte habe ich schon gekauft:


Bald geht's los!


Montag, 22. August 2011

"Du gehst nach Bulgarien?"

Weil ungläubige, amüsierte, aber auch nahezu entsetzte Reaktionen auf die Worte "ein Jahr" in Verbindung mit dem Wort "Bulgarien" immer mehr zunehmen, je näher der Tag X rückt, kommt hier ein Post mit einer typischen Konversation.

Interessierte/r Bekannte/r: "Und, was machst du so nach dem Abi?"
Ich: "Also, erst mal gehe ich nach Bulgarien..."
IB: "Ach so, Urlaub oder was?"
Ich: "Nein, ich mache da einen Freiwilligendienst."
IB (skeptisch): "Aha? Ist ja interessant... und für wie lange?"
Ich: "Ein Jahr, ungefähr."
IB (die Augen weit aufreißend): "Ein Jahr! Das könnte ich ja nicht."
Ich: "..."
IB (die Fassung wiedergewinnend): "Und... wann geht's los?"
Ich: "Am 11. September."
IB: "Ist ja ein passendes Datum. Hast du da keine Angst?"
Ich: "Ich fahre ja mit dem Zug."
IB: "Ach sooo. Also dann erst mit dem Zug und dann mit dem Flugzeug?"
Ich: "Nein, nur mit dem Zug."
IB (ungläubig): "Aber da bist du doch so lange unterwegs!"
Ich: "Ja, ich weiß. Finde ich spannend."
IB: "Also, ich könnte das ja nicht."
Ich: "..."
IB: "Bist du wenigstens am Strand?"
Ich: "Nein, in der Hauptstadt, so 500 km vom Schwarzen Meer entfernt."
IB: "..."
Ich: "..."
IB (verzweifelt nach einem Gesprächsthema suchend): "Und was spricht man da?"
Ich: "Bulgarisch."
IB: "Aber die können schon Deutsch da, oder?"
Ich: "Manche schon, aber ich will ja auch Bulgarisch lernen. Ich gehe ja nicht nach Bulgarien, um Deutsch zu sprechen."
IB: "Und was bringt dir das für deine spätere Karriere?"
Ich: "Nichts. Ich will einfach Bulgarisch lernen."
IB: "Aber ist das nicht total schwer?"
Ich: "Doch, aber wenn ich da bin, geht das schon."
IB: "Also, ich könnte das ja nicht."
Ich: "..."

Довиждане, приятели!

Dienstag, 16. August 2011

Ich packe meinen Koffer...

... und nehme mit:

Kleidung
  • 5 Oberteile
  • 2 Jacken
  • Wintermantel
  • Handschuhe
  • Mütze
  • 3 Schals
  • 3 Jeans
  • Röcke
  • 10 Paar Socken
  • 1 Paar dicke Socken
  • 3 Paar Füßlinge
  • 1 schwarze Leggins
  • 1 hautfarbene Strumpfhose
  • 1 schwarze Strumpfhose
  • 10 Unterhosen
  • 5 BHs
  • 2 Gürtel
  • Pumps
  • Ballerinas
  • Hausschuhe
  • Jogginghose
  • Bikini
  • 2 Kleider
  • 2 Schlafanzüge
Elektronik
  • Laptop + Kabel
  • Kamera-Kabel
  • MP3-Player-Kabel
  • Handy-Kabel
  • Webcam
Hygiene
  • Zahnbürste
  • Zahnpasta
  • Bürste
  • Shampoo
  • Duschgel
  • Netzschwamm
  • Rasierer
  • Deo
  • Mascara
  • Kajal
  • Lidschatten
  • Labello
  • bebe-Creme
  • Pickelcreme
  • Q-Tips
  • Binden
  • Zopfgummi
  • Pflaster
  • Kondome
  • Tabletten (Ibuprofen, Paracetamol, Notfallspray, Fenistil)
  • Sonnencreme
  • Nagelknipser
Sonstiges
  • Schmuck (Kugel-Set, Uhr)
  • Taschen (Dakine-Rucksack, zweite Handtasche, kleines Täschchen)
  • Wörterbuch
  • Sprachkurs + Heft
  • TAN-Gerät
  • Plüschschwein
    Gastgeschenke
Handgepäck
  • Bürste
  • Stifte
  • Tagebuch
  • Taschenkalender
  • MP3-Player
  • Reisepass
  • Handy
  • Portemonnaie
  • Kamera + SD-Karte
  • Handspiegel

    Hab ich was vergessen?

    Alles Liebe,
    Kathi

Dienstag, 9. August 2011

Details folgen... jetzt.

Hello again,

wie versprochen, folgen jetzt ein paar Details über meine Anreise.

Am Mittwoch habe ich mit I. telefoniert und wir haben ausgemacht, dass ich mit dem Zug direkt vom Ausreiseseminar nach Sofia fahre. Meine Route wird also wahrscheinlich so aussehen: Göttingen - Würzburg - Wien - Sofia. Das Ganze dauert wohl so 29 Stunden.

Zurück geht's dann wahrscheinlich mit dem Flugzeug, das geht schneller und eine hochinteressante Zugfahrt sollte reichen (ist auch relativ teuer, 107,60 € für die Fahrt von Wien nach Sofia). Wann ich zurück fahre, kann ich mir übrigens selbst aussuchen: Bis zu den Sommerferien, die Mitte Juni anfangen, bleibe ich auf jeden Fall da, ich kann aber theoretisch noch bis Ende August bleiben - die EU bezahlt's ja. In den Ferien ist zwar nicht so viel zu tun, aber ob ich zurück fahre, entscheide ich dann relativ spontan.

Bisher habe ich leider noch keine Gastfamilie, aber YFU Bulgarien kümmert sich darum. Die Austauschschüler reisen am 12. August an und haben alle schon eine Gastfamilie, also bin ich jetzt dran. I. sagt, sie spricht dann all die Menschen an, die gesagt haben, die Verantwortung sei ihnen für eine/n Minderjährige/n zu groß. Ich bin ja schon groß und man muss nicht mehr so viel Verantwortung für mich übernehmen, ist dann das Argument.

In Sofia ist das Wetter übrigens im Moment genau wie in Deutschland: Mal Sonne, mal Regen, immer recht grau, mal sehen, wie's dann wird, wenn ich da bin (vor allem im Winter... oh je).

Das war's soweit von mir. Bis nächste Woche!
Kathi

Dienstag, 2. August 2011

Austauschjahr 2.0

Hallo Welt,

ein paar Infos gibt es schon: Mein Ausreiseseminar ist vom 11. bis 14. September in Göttingen. Details folgen, sobald ich was weiß.

Da das nicht gerade eine Flut an Informationen war, hier eine Liste mit Dingen, die ich bei meinem Europäischen Freiwilligendienst - das ich als eine Art Austauschjahr 2.0 betrachtete - anders machen möchte als bei meinem Austauschjahr 2008/2009 in den USA.

1. Dokumentieren: Leider habe ich in den USA versäumt, regelmäßig Tagebuch zu führen o. Ä. Das will ich jetzt ändern: Dazu gehört zum einen dieser wöchentliche Blog und ein Tagebuch, das ich führen werde, zum anderen meine Kamera, die ich überall hin mitnehmen werde. Außerdem werde ich alle meine Flugtickets, Eintrittskarten, Postkarten usw. aufheben und dann am Ende vielleicht eine Collage machen.
2. Aktiv werden: Anders als in meinem Austauschjahr werde ich weniger darauf warten, dass Leute mich ansprechen, sondern aktiv auf andere zugehen. Bei Problemen will ich es ebenso machen.
3. Viel unternehmen: In den USA konnte ich - auch wegen meiner Gastfamilie - leider nicht so viel von meinem Staat oder dem Land sehen. Bulgarien ist ja nicht so groß, und da ich jetzt auch schon 18 bin, kann ich wahrscheinlich auch öfter etwas auf eigene Faust unternehmen. Außerdem will ich offener für Neues sein und viel ausprobieren (auch bzgl. des Essens).
4. Weniger einpacken: In die USA hab ich jede Menge Zeug mitgenommen, nur weil ich noch Platz im Koffer hatte - auf der Rückfahrt musste ich dann jede Menge da lassen...

Mehr fällt mir leider im Moment nicht ein, aber falls ihr noch Tipps habt, sagt Bescheid...

Viele Grüße,
Kathi

Dienstag, 26. Juli 2011

Ja! ja! ja!

Eben dies war der Betreff der E-Mail, die ich am Freitag bekommen habe. Und im ähnlich positiven Ton ging es weiter:
Hallo Katharina!
Gute Nachricht! Unser Projekt ist nun endlich offiziell genehmigt worden! Und wir hoffen sehr, dass du es dir noch nicht anders überlegt hast!
Natürlich habe ich das nicht... im Gegenteil! Ich freue mich total auf den Freiwilligendienst, auf mein Austauschjahr 2.0, auf YFU, auf meine Gastfamilie, auf Sofia, einfach auf Bulgarien. Das wird so toll!

Mehr - hoffentlich schon mit genauen Details zur Planung - gibt es nächste Woche. Jetzt bin ich erst mal mit meiner Familie im Urlaub an der Ostsee. Довиждане und bis bald!

Kathi 

Dienstag, 19. Juli 2011

Erste Schritte beim Bulgarisch Lernen

Здравейте, ihr Lieben!

Es ist wieder einmal Montag und damit Zeit für einen weiteren Post. Diesmal werde ich euch von meinen ersten Versuchen erzählen, Bulgarisch zu lernen.

Wie ich euch in meinem letzten Post erzählt habe, habe ich letzte Woche dieses Bulgarisch-Lernbuch bestellt. Am Dienstag war es da und ich habe es dann wieder zurück geschickt. Heute haben sie es zurück überwiesen. Danke für die schnelle Abwicklung, Amazon! Um die unausgesprochene Frage zu beantworten, warum ich es zurück geschickt habe:

"Der Kurs richtet sich an Einsteiger, die die bulgarische Sprache gerade erst für sich entdeckt haben sowie an Fortgeschrittene, die ihre Kenntnisse auffrischen und vertiefen möchten. Im Vordergrund steht in der Anfangsphase das Verstehen der bulgarischen Texte beim Lesen und Anhören (sog. 'passive Phase'). Mit Beginn der zweiten Kurshälfte, in der sogenannten 'aktiven Phase' (oder auch '2. Welle'), setzt ein aktives Sprechtraining ein, das eine solide Sprachkompetenz aufbaut."

Das ist nun doch nichts für mich... (vor allem, da ich festgestellt habe, dass das ohne CD eigentlich nichts bringt, ich keine CD habe und auch nicht weiß, wo ich eine kaufen kann). Ich stehe, wie ich festgestellt habe, doch eher auf die klassische Herangehensweise "Ich lerne erstmal, Hallo zu sagen und dann immer schwierigere Sachen".

Noch am gleichen Tag habe ich dann diesen Sprachkurs von PONS bestellt. Er ist ziemlich cool und war die sechs Euro mehr auf jeden Fall wert. Ich habe schon mal hinein geschaut und es scheint ziemlich cool zu sein. Es gibt eine sich fortsetzende Geschichte über eine Deutsche mit bulgarischer Mutter, die ein Praktikum in Sofia macht und sich verliebt etc. pp. Das finde ich gut - am besten lernt man eine neue Sprache sowieso über Telenovelas mit schlechten englischen Untertiteln. Es gibt Dialoge zum Hören und Mitsprechen und auch Übungen, bei denen man was schreiben soll... eigentlich ziemlich hilfreich. Mal sehen, wie weit ich damit komme.

Viele Grüße,
Kathi

P.S. Fällt jemandem eine bekannte bulgarische Version von "Katharina" oder "Kathi" ein? Nein? Na gut.

Dienstag, 12. Juli 2011

Wie alles begann...

Здравейте, liebe Mitleserinnen und Leser,

wie versprochen, erzähle ich euch in diesem Post, wie ich überhaupt zu meinem Freiwilligendienst in Bulgarien gekommen bin.

Eigentlich wollte ich nach dem Abitur schon immer direkt studieren, obwohl ich die Möglichkeit eines weiteren Auslandsaufenthalts natürlich in Betracht gezogen hatte. Im Februar, als ich zu einem Öffentlichkeitsarbeitsworkshop von YFU fuhr, wurde ich dann aber noch mal mit allem konfrontiert, was ich am Kulturaustausch liebe (bei der ÖA geht es schließlich darum, Leuten zu zeigen, wie toll das ist... wie man sieht, hat es geklappt) und mir wurde klar, dass ich es doch mit einem längeren Auslandsaufenthalt zwischen Abitur und Studium versuchen wollte.

Zuerst wollte ich ein längeres Praktikum in einer Rehaklinik oder einer ähnlichen Einrichtung in Großbritannien, Frankreich oder Belgien machen, aber das war, wie mir schnell klar wurde, nicht möglich, weil ich vor Beginn meines Studiums einfach noch nicht genug wissen würde, um für ein Sprachtherapiezentrum wirklich von Nutzen zu sein. Davon abgesehen würde ich kein Geld verdienen und müsste für Reise, Unterkunft und Verpflegung selbst aufkommen. Der Plan war also gestrichen.

Danach begann ich, mich doch noch mit der Idee eines FSJs anzufreunden. Früher dachte ich immer, Kinder zu bespaßen oder pflegebedürftige Alte zur Toilette zu begleiten, würde mir schnell langweilig, aber wie ich schnell herausfand, gbt es noch viele weitere Bereiche, in denen man arbeiten und dabei kreativ werden kann. Besonders interessierte ich mich für Osteuropa und die Arbeit mit Kindern und/oder Behinderten.

Da ich mit meinen Bewerbungen schon relativ spät dran war, schrieb ich so viele Organisationen wie möglich an. Der Bewerbungsmarathon begann. Ich fand heraus, dass ich idealerweise am Europäischen Freiwilligendienst teilnehmen sollte; andere Programm waren teuer, verlangten eine "persönliche Beziehung zu Jesus Christus" oder eine Bewerbung vor über zwei Monaten. Man braucht für den Europäischen Freiwilligendienst eine Entsendeorganisation aus dem eigenen Land und eine Aufnahmeorganisation im Zielland. Man kann in einer Datenbank der Europäischen Kommission nach Aufnahme- und Entsendeorganisationen suchen und das habe ich, als ich nach genau einer Woche eine potentielle Entsendeorganisation für Osteuropa hatte, dann auch getan. Es folgte ein weiterer Bewerbungsmarathon bei insgesamt 24 Aufnahmeprojekten, von denen sich leider nur neun zurückmeldeten (davon sieben mit Absagen und zwei mit Antworten à la "Jaaa... irgendwann suchen wir einen Bewerber aus... mal sehen.").

Unabhängig davon las ich im YFUpdate, dem wöchentlichen Newsletter unserer YFU-Landesgruppe, von der Möglichkeit, ein Praktikum bei YFU Flandern zu machen. Ganz klein darunter stand, dies sei auch im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes möglich. SCORE! Sofort suchte ich in der o. g. Datenbank nach "Youth for Understanding" und fand u. a. Ausschreibungen von YFU Norwegen, YFU Bulgarien und dem Dachverband der europäischen YFU-Organisationen in Brüssel. Ich bewarb mich bei allen; YFU Norwegen, Schweden und der EEE in Brüssel sagten, sie hätten schon Freiwillige gefunden, aber YFU Bulgarien fand, und ich zitiere, "deine Motivation und Erfahrung sind sehr ueberzeugend", Zitat Ende.

Wir telefonierten also am nächsten Tag und fanden uns gegenseitig ganz überzeugend, aber ich hatte am nächsten Tag noch ein Vorstellungsgespräch bei Schüler Helfen Leben in Berlin und I. (die "Chefin" von YFU Bulgarien) sagte, ich solle das erst noch abwarten und mir die ganze Sache noch mal durch den Kopf gehen lassen. Na ja, ich fuhr dann zum Vorstellungsgespräch, das sich irgendwie als Zeitverschwendung herausstellte, weil ich für ein 45-minütiges Gespräch über sechs Stunden unterwegs war und das Gespräch nicht mal besonders gut lief (ich hätte mich möglicherweise vorbereiten sollen und über die Organisation und deren Projekte informieren sollen...). Am Ende wurde ich auch nicht genommen, aber an dem Abend habe ich schon eine E-Mail nach Bulgarien geschrieben, dass ich gerne bei ihnen arbeiten würde und wir demnächst doch mal einen telefonischen Handschlag machen sollten (das war Anfang April). Das haben wir dann auch gemacht - jetzt müssen wir nur noch abwarten, ob die EU uns das Projekt auch fördert... aber I. ist da ganz optimistisch, und wenn man bedenkt, dass die auch schon früher Freiwillige über den EFD da hatten, sollte das doch kein Problem sein. Richtig? Richtig.

Tja, das war's eigentlich... Ach ja, meine Entsendeorganisation! Deswegen habe ich ziemlich oft mit A. aus dem YFU-Deutschland-Büro telefoniert und jetzt wird es so ablaufen, dass YFU-Deutschland zum ersten Mal Entsendeorganisation für den Europäischen Freiwilligendienst wird und ich sozusagen ihr Versuchskaninchen bin. Yay!


So, das sollte es jetzt wirklich gewesen sein. Aber jetzt mal was anderes: Am Donnerstag habe ich ein Bulgarisch-Lernbuch bei Amazon gekauft und laut DHL sollte es morgen da sein. Dann habe ich mal wieder was zu lernen. Nochmals yay!

Viele Grüße,
Kathi

Dienstag, 5. Juli 2011

Добре дошли!

Offensichtlich habt ihr zu meinem Blog über meinen bevorstehenden Europäischen Freiwilligendienst in Bulgarien gefunden. Herzlich willkommen! In diesem Beitrag werde ich euch zunächst mal allgemein etwas über das Projekt und diesen Blog erzählen. (Außerdem will ich den Blog erstmal testen, bevor ich allzuviel schreibe.)

Ab diesem August werde ich ein knappes Jahr in Sofia, Bulgarien verbringen und in dieser Zeit bei YFU Bulgarien arbeiten - jedenfalls wenn die EU das Projekt finanziell fördert. Meine Hauptaufgabe werden die Colored-Glasses-Workshops in verschiedenen Schulen in ganz Bulgarien sein. Außerdem werde ich ÖA (Öffentlichkeitsarbeit) für YFU Bulgarien machen und z. B. Gastfamilien suchen. Meine Entsendeorganisation ist YFU Deutschland.

Wie ich genau dazu gekommen bin, ob und wenn ja, wie ihr so etwas auch machen könnt, und was denn dieser Europäische Freiwilligendienst eigentlich ist, erzähle ich euch in einem späteren Beitrag.

In diesem Blog werde ich bis zu meiner Abfahrt von meinen Vorbereitungen berichten - von meinen Fortschritten mit der bulgarischen Sprache, falls vorhanden, Korrespondenz mit meiner zukünftigen Gastfamilie, falls vorhanden, und so weiter. Sobald ich angekommen bin, werde ich natürlich auch regelmäßiger schreiben und von meinen Erlebnissen in България erzählen.

Ich hoffe, es gefällt euch hier und ihr lest fleißig mit.

Viele Grüße,
Kathi

P.S. Wenn ihr Fragen habt, schreibt einfach einen Kommentar, und ich werde mein Bestes tun, sie zu beantworten.